Wir alle wissen, wie wertvoll Zeit ist. Sie ist unser wertvollstes Gut. Unbezahlbar und vergänglich. Darum nehmen wir uns immer und immer wieder vor, sie sinnvoll(er) zu nutzen und dabei mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die wir lieben. Doch das ist leichter gesagt als getan. Leider.

In einem unserer Vlogs auf YouTube erzählte ich euch bereits, dass ich – als wir in Essen waren – bei einem beruflichen Termin war. Das war ein sogenannter Round Table, bei dem wir über das Thema „Familienzeit“ sprachen. Und weil dieses Thema so wichtig ist, möchte ich euch gern erzählen, über was wir genau gesprochen und was wir dabei festgestellt haben. Außerdem würde ich mich sehr freuen, wenn ihr euch am Ende des Posts Zeit nehmt, um eure eigenen Erfahrungen zu diesem Thema aufzuschreiben: Wie schafft ihr ausreichend Familienzeit? Kommt euch euer Alltag zu hektisch vor? Habt ihr auch ständig das Gefühl, dass euch die Zeit davonrennt?

Diese uns weitere Fragen stelle ich euch am Ende noch einmal. Ich würde mich sehr freuen, wenn anschließend zahlreiche Antworten zusammenkommen!

Familienzeit: Wie gelingt es uns als Familie, mehr Zeit miteinander zu verbringen?

Einige von euch denken, dass Micha, die Kinder und ich viel Zeit zusammen haben. Weil wir selbstständig sind. Weil Micha zu Hause ist. Aber das ist keinesfalls so! Denn nicht umsonst sagt man „selbst und ständig“, was Selbstständigkeit betrifft. Was Micha den ganzen langen Tag tut, können die meisten von euch, die mit Kind(ern) zu Hause sind, sicher nachempfinden. Und wir wissen alle, was und wie viele Aufgaben dazu gehören: Haushalt, Gartenarbeit, Bürokratie, Einkäufe, Arzttermine, Hobbys der Kinder, Elternabende, Reparaturen, Kochen, Aufräumen usw.

Außerdem arbeitet Micha „nebenbei“ am Blog mit. Weil das aber nur abends geht, wenn die Kinder schlafen, gehen dabei fast alle Abende flöten. Ich arbeite tagsüber und zusätzlich abends. Und so haben wir tatsächlich viel weniger voneinander als befreundete Eltern, die auswärts arbeiten. Denn diese haben nachmittags Feierabend und verbringen fast jeden Abend zusammen. Wir nicht.

Aber das ist nur unser Leben. Und damit nur ein Beispiel.

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Eine Frage, die uns mitunter am häufigsten gestellt wird – von euch Lesern, von unseren Zuschauern auf YouTube, von Freunden und Verwandten – ist: „Wie schafft ihr das alles?“

Ich muss dann immer kurz in mich gehen, denke dabei etwas nach und merke dann, dass ich mir die Frage selbst nicht beantworten kann. „Mit wenig Schlaf“, sage ich dann. Und das stimmt.

Das richtige Zeitmanagement habe ich noch immer nicht gefunden, um Familie, Haushalt, die Beziehung und die Kinder unter einen Hut zu bringen. Manchmal beschäftigt mich das sogar so sehr, dass ich mir die damalige Zeit zurückwünsche, in der Micha arbeiten ging und ich mit den Mädels zu Hause war. Was hatte ich da für Zeit über! Im Vergleich zu heute. Auch wenn mit zwei Kindern schon jede Menge zu tun war. Dennoch: Ich hatte Zeit. Unter der Woche, nachmittags. Mit Lotte vormittags. Ich habe gebacken und genäht, mich vormittags mit Freunden getroffen. Heute unvorstellbar.

Und ich weiß, dass das nicht nur mir so geht. Das geht allen Eltern oder Elternteilen so, die sich ständig beim Spagat zwischen Familie und Beruf ertappen. Denn die häufige Frage, die ihr uns immer stellt und von der ich oben erzählte, beruht doch eigentlich darauf, dass wir uns alle mehr Zeit wünschen. Mehr Zeit für uns selbst und für die Menschen, die wir lieben. Denn tief in unserem Inneren wissen wir, dass diese Zeit es ist, die uns wirklich erfüllt und glücklich macht. Wenn wir sie nur ausreichend hätten …

Zeit.

Wie schaffen wir es, mehr Zeit zu gewinnen? Wie bekommen wir es hin, mehr Zeit mit unserer Familie zu verbringen? Was ist mit dem Haushalt? Dem Garten? Dem Umzug? Den Einkäufen? Den Terminen? Der Arbeit? Und all den Dingen, die Tag für Tag anstehen? Wie können wir sie managen? Wo können wir Zeit sparen, um sie woanders zu investieren?

Habt ihr eine Idee? Wünscht ihr euch auch mehr Zeit mit euren Kindern und eurem Partner?

Warum ist es so schwierig, Zeit zu gewinnen?

Eine Patentlösung gibt es nicht. Für uns haben wir ausgemacht, dass wir uns das Wochenende als Familie Zeit gönnen. Und Micha und ich uns zusätzlich am Freitag- und Samstagabend. Aber das klappt nicht immer. Eher selten als regelmäßig. Denn dann muss noch die Wäsche aufgehängt werden. Und die Spülmaschine ist fertig. Dann muss noch ein dringender Blogpost fertig geschrieben werden oder ein Video geschnitten werden. Oder, oder, oder …

Wenn ich einen Wunsch hätte, dann wäre das mehr Zeit mit meiner Familie. Mehr Momente, in denen ich abschalten kann.

Denn das ist der zweite Punkt. Zeit ist der eine, der freie Kopf der andere. Denn was nützt uns Zeit, wenn unsere Gedanken letztendlich doch noch um die Arbeit und den Haushalt kreisen? Wenn wir nicht richtig zur Ruhe kommen und die wertvolle Zeit nicht genießen können? Dann sind wir gestresst. Warum? Weil wir uns wieder mitten im Spagat zwischen Familienzeit und Verpflichtungen befinden. Permanent. 24/7.

Also ab in den Urlaub! Das hilft (fast) immer. Ist wie ein kurzzeitiger Tapetenwechsel. Aber stimmt das wirklich?

Oder machen wir uns schon im Urlaub wieder verrückt, … zumindest wenn sich dieser allmählich dem Ende neigt, weil wir wissen, was zu Hause anschließend für ein Wäscheberg besiegt werden muss? Und weil wir wissen, dass uns der Alltag dann schneller wieder in seinen Fängen hat – mit doppelter, weil nachzuholender Arbeit – als vor dem Urlaub?

Da muss es doch einen Ausweg geben! Irgendeinen!

Wisst ihr, was mir immer wieder auffällt, wenn wir Familienzeit verbringen? Ganz egal ob ich mit nur einem Kind oder mit allen Kindern oder wir fünf als ganze Familie?

Dann fällt mir jedes Mal auf, wie gut uns das allen tut. Nicht nur den Kindern, sondern auch uns als Paar und vor allem mir selbst. Manchmal reicht eine ausgiebige Lesestunde am Abend, nach der ich mich dann richtig kurzerholt fühle, weil es mir richtig gut tut, mir die Zeit genommen zu haben. Egal, was anstand! Egal, wie spät es schon war! Wenn ich es schaffe, richtig abzuschalten, fühle ich mich danach richtig gut – durch und durch.

Kennt ihr dieses Gefühl?

Denn durch mangelnde Zeit kommt es zu einem weiteren Teufelskreis: Wir machen uns Vorwürfe oder bekommen ein schlechtes Gewissen, weil wir zu wenig Zeit übrig haben. Und dann fühlen wir uns schlecht. Und das wiederum erhöht den Stresspegel. Und den inneren Druck. Wisst ihr, was ich meine?

Dabei sollte der Wunsch nach Familienzeit keinen Stress auslösen! Und wir sollten uns auch nicht schlecht fühlen, wenn wir nicht perfekt funktionieren oder alles gleichzeitig managen können! Auch dann nicht, wenn mal etwas Arbeit liegen bleibt! Denn am Ende unseres Lebensweges blicken wir doch vor allem auf unsere Zeit zurück. Nicht auf die Momente, in denen wir etwas nicht geschafft haben. Sondern auf die, in denen wir glücklich waren.

Bei dem Round Table wollten wir gemeinsam herauskristallisieren, welche Themen oder welches Thema uns Eltern heute am meisten beschäftigt.

Und das Ergebnis war die Zeit. Denn wir alle wünschen uns mehr Zeit. Jeder von uns. Zeit fehlt eigentlich immer. Irgendwie und irgendwo.

Die meisten Familien wünschen sich mehr Zeit miteinander. Mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Mehr Zeit für gemeinsame Ausflüge und Kuschelstunden. Mehr Zeit für Urlaube und Hobbys. Mehr Zeit für all die Dinge, die uns gemeinsam gut tun. Mehr Zeit, all unseren Kindern gerecht zu werden. Mehr Möglichkeiten, Dinge zu tun, an denen alle Kinder (in ihren unterschiedlichen Altersklassen) Freude haben. Mehr Zeit als Familie. Mehr Zeit voller Glücksmomente.

Das könnt ihr sicher bestätigen, oder?

Aus diesem Grund folgen nun ein paar Fragen an euch. Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch die Zeit zum Kommentieren nehmt. Vielen Dank!

Habt ihr auch manchmal oder sogar ständig das Gefühl, zu wenig Zeit für eure Familie zu haben? Wisst ihr, woran das liegt? Was tut ihr aktiv, um mehr Familienzeit zu gewinnen? Was würdet ihr euch für die Zukunft wünschen? Was glaubt ihr, kann Eltern/Familien dabei helfen, sich mehr Zeit füreinander zu ermöglichen?

Ich bin gespannt und freue mich sehr auf eure Kommentare!

In diesem Sinne:

Alles Liebe,

eure Mari