Wenn man plant, Eltern zu werden, gibt es da einige Dinge, auf die man gefasst ist. Vieles hört und liest man im Internet oder in Büchern oder lauscht den Gesprächen von Müttern, die im Café neben einem sitzen. Manche Dinge weiß man instinktiv, andere nicht. Manche Geschichten kennt man von Freunden, Bekannten und Nachbarn. Doch unabhängig davon gibt es auch einiges, das man vorab zwar wusste, weil man es hörte (oder las), es aber nie so richtig verstehen oder glauben konnte. Dinge, die einem andere Eltern erzählten, während man daneben saß und dem (fremden) niedlichen Baby beim Schlafen zusah oder die (fremden) Geschwisterkinder beim Spielen beobachtete. Das es sich dabei nur um Momentaufnahmen handelte, blendete man gekonnt aus. Vermutlich unbewusst. Vielleicht ist das aber auch vollkommen natürlich, damit man nicht zu große Ängste und Sorgen vor dem Elternwerden hat.

Als ich neulich ein bisschen über dieses Thema nachdachte, sind mir 20 Dinge eingefallen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, bevor ich Mama wurde. Diese möchte ich gern mit euch teilen. 😀

Vielleicht geht es euch ja genauso? Ich bin gespannt!

20 Dinge Elternsein (3)

1.) Eine Schwangerschaft bedeutet nicht, dass man sofort Heißhungerattacken hat, einem etwas übel ist und man eine wunderschöne Babymurmel vor sich herschiebt. Nein. Denn manchmal ist einem monatelang kotzübel. Manchmal hat man arge Probleme und quält sich monatelang mit einer Risikoschwangerschaft herum. Manchmal hat man aber auch gar nichts und wartet Tag für Tag auf die klassischen Symptome, die man überhaupt nicht nachempfinden kann.

2.) Eine Geburt findet nicht immer so statt, wie es in Filmen, Romanen und Ratgebern dargestellt wird. Schnell und schmerzlos oder ganz harmonisch in der Geburtswanne. Es gibt so viele Faktoren, die bei der Geburt eine Rolle spielen. Jede Geburt ist anders.

20 Dinge Elternsein (6)

3.) Nach der Geburt geht es einem direkt wunderbar. Man hat sein Neugeborenes im Arm und ist gefüllt von endloser Liebe. Nun ja, … nicht ganz. Okay, der Teil mit der Liebe stimmt. Aber nach der Geburt folgen meist weitere Schmerzen. Blähungen, Nachwehen, OP-Schmerzen, Verstopfung, Blutungen, Brustschmerzen (durch Milcheinschuss), Erschöpfung und ein Wechselbad der Gefühle.

4.) Stillen ist nicht so einfach, wie es aussieht. Zumindest nicht immer. Ich kenne beides. Lotte hat das Stillen ganz selbstverständlich gemacht, bei Tom war es schon schwieriger, bei Lilli klappte es gar nicht. Stillen braucht manchmal etwas Übung und kann daher auch anstrengend sein. (Stillen bleibt trotzdem die schönste Bindung in den ersten Monaten, die ich kenne.)

20 Dinge Elternsein (5)

5.) Es gibt Mütter, die nicht stillen können. Ich zählte beim ersten Kind dazu. Ich habe wochenlang hart für das Stillen gekämpft, aber es funktionierte nicht. Und es gibt noch viele andere Gründe, warum das Stillen manchmal nicht klappen will. Deshalb finde ich es ungerecht von Stillmamas (… zu denen ich mittlerweile auch zweimal zählte, aber aus gegebenem Anlass andere Ansichten diesbezüglich hatte …), nichtstillendene Mütter zu verurteilen. Denn nicht selten liegt es an mangelnder Unterstützung und fehlenden Informationen, an Frühgeburten oder besonderen Umständen, dass das Stillen nicht funktioniert, und nicht an der frisch gebackenen Mama.

6.) In den ersten Tagen nach der Geburt mutiert man zur Heulsuse. Man wird melancholisch und sentimental und muss aus den simpelsten Gründen weinen. Das kann schon passieren, weil das Baby einfach zu süß beim Schlafen aussieht. Oder weil kein Nutella mehr im Haus ist. Was auch immer!

20 Dinge Elternsein (8)

7.) Bis man Eltern wurde, wusste man nicht, was Müdigkeit wirklich bedeutet. Das ändert sich nach der Geburt ratzfatz. Und dann fällt es einem schwer, kinderlosen Freunden dabei zuzuhören, wie sie über ihre Müdigkeit klagen, weil sie am Vorabend zu lange feiern waren.

8.) Man kann nicht mehr allein zur Toilette gehen, geschweige denn allein duschen. Da ist immer das kleine Etwas, das einen beobachtet – bei allem, was man tut.

9.) Die Zeit für Freunde und Hobbys nimmt rapide ab. Oder man nimmt sich – neben dem Mamasein – genug Zeit für Hobbys und Freunde, kann dann aber keiner eigenen Berufung mehr nachgehen. Alles auf einmal funktioniert einfach nicht. Vor allem der Kontakt zu kinderlosen Freunden wird schwieriger.

10.) Sex landet direkt hinter dem Kinobesuch auf die Wunschliste der Zweisamkeit. (PS: Was war Sex noch mal?)

20 Dinge Elternsein (2)

11.) Man wird zum MayGyver des Alltags, denn Not macht erfinderisch! Daher wird man zum Improvisationstalent.

12.) Die Urlaubsplanung wird zur Meisteraufgabe, denn es muss an alles gedacht werden! Die Anreise selbst macht das Ganze nicht unbedingt entspannter. Und am Ziel angekommen, muss man kreativ sein, um den Urlaub für alle unterhaltsam zu gestalten. Nach dem Urlaub bräuchte man daher Urlaub vom Urlaub. (Nachtrag: Das ging uns mit „nur“ einem Kind noch nicht so, aber mit drei Kindern trifft das definitiv zu.)

13.) Vernünftige Kinderschuhe kosten mehr als die eigenen!

20 Dinge Elternsein

14.) Für jedes Verlassen des Hauses verdient man einen Oskar! Denn es muss jedes Mal an Milch, Wasser, Snacks, Taschentücher, Wechselkleidung, Wickelkram sowie Mützen, Halstücher, Jacken und Schuhe – für in unserem Fall mittlerweile fünf Personen – gedacht werden. Das reine „Wir wollen jetzt los!“ bis zu „Wir fahren jetzt los.“ kann locker eine Stunde dauern. Irgendwer muss sowieso noch mal zur Toilette oder hat Durst oder findet seine Schuhe nicht oder wird bockig oder, oder oder … Außerdem muss man sich selbst ja irgendwie auch noch provisorisch in Kleidung schmeißen.

15.) Man wird früher oder später Plastik-Pling-Pling-Spielzeug kaufen, weil der Nachwuchs laute Geräusche und blinkende Spielzeuge liebt. Dabei schwört man – von Herzen – auf Holzspielzeug. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

16.) Es gibt einen täglichen Wettbewerb zwischen beiden Partnern, wer in der letzten Nacht am meisten getan und am wenigsten geschlafen hat.

20 Dinge Elternsein (4)

17.) Jede Mahlzeit wird zur hektischen Stopferei. Entweder isst man langsam – begleitet vom unzufrieden meckernden Baby in der Wippe neben einem. Oder man balanciert sein Essen auf der Gabel vom Teller zum Mund mit dem Baby auf dem Schoß. Oder man stopft sich nur schnell etwas rein, während man sein Baby stillt oder füttert.

18.) Man unterhält sich mit anderen Müttern über Stillmahlzeiten, schlaflose Nächte, die besten Babybreie, Kinderlieder, Windelinhalte, neue Zähnchen und Baby-Sabbereien, vollgespuckte Bettlaken, Hautausschläge und Windelqualitäten.

19.) Man erkennt und erfährt, dass sich das ganze Leben verändert hat.

20.) Man erfährt grenzenlose Liebe.

20 Dinge Elternsein (7)

Mir wäre noch jede Menge mehr eingefallen. 😀

Und das Beste daran: Wenn man bereits Eltern ist, sich aber irgendwann ein weiteres Kind wünscht, ist es, als würde jemand einen imaginären Reset-Schalter drücken. Denn dann geht das Ganze wieder von vorne los – Level 2 sozusagen. Dieses Mal mit Geschwisterkind.

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Nehmt diesen Post auf keinen Fall zu ernst, denn es bringt einfach nur Spaß, zwischendruch mal die die offenen Karten – wenn auch bewusst überspitzt – auf den Tisch zu legen. 😉

Fällt euch vielleicht noch mehr ein? In welchen Punkten erkennt ihr euch am meisten wieder?

Ich bin gespannt!

Habt einen schönen Nachmittag,

eure Mari =)