Kaum zu glauben, dass ich nun wieder hinter dem Laptop sitze – und das ganz ohne Babybauch. Es ist immer noch ein seltsames Gefühl, plötzlich keine Babytritte mehr unter dem Herzen zu spüren. Das fand ich nach allen bisherigen Geburten jedes Mal ungewohnt – so plötzlich, von einen auf den anderen Moment, ohne Babybauch zu sein. Dafür fällt mir der Alltag nun wieder leichter. Bis auf die Nachwehen des Kaiserschnittes und ein paar übrig gebliebene Symphysenschmerzen bin ich körperlich wieder recht fit. Dennoch lebe ich das Wochenbett nach wie vor sehr aus, versuche viel zu ruhen und mich nicht zu übernehmen. Piet und unsere Stillzeit haben dabei besondere Priorität. Piet ist nämlich noch immer dabei, in der Welt anzukommen. Und ich bin noch dabei, mich emotional und körperlich zu regenerieren. Und alles, was an Zeit übrigbleibt, wird so gut es geht in den Rest der Familie investiert. Denn wir finden uns hier gerade zu sechst neu zusammen. Bisher klappt das aber ganz wunderbar. =)

Doch eigentlich möchte ich euch gar nicht vom Wochenbett erzählen, sondern davon, wie unser kleiner Löwe Piet das Licht der Welt erblickt hat. Und zwar in der 40. SSW, genau an 39+0 SSW. Und wer hätte bei meiner Vorgeschichte und dem Verlauf dieser Schwangerschaft gedacht, dass wir so weit kommen? 40. Schwangerschaftswoche! Das ist mein neuer Rekord! Alle anderen Kinder kamen früher und damit hatten wir auch bei Piet gerechnet. Um die 28. SSW herum gab es bereits sehr kritische Momente, dann noch einmal um die 34. SSW herum, in der ich dann auch für eine Nacht im Krankenhaus blieb, weil die Ärzte dachten, unser kleiner Mann würde sich ziemlich bald auf den Weg machen.

Doch am Ende hielt diese Schwangerschaft tatsächlich bis 39+0 SSW und hätte ohne Kaiserschnitt vielleicht sogar noch ein paar Tage länger gehalten.

Unser Piet kam am 30. Juli 2020 mit 3610 g und 52 cm auf die Welt.

Seither bereichert er unser Leben, unsere Familie … ja, unseren ganzen Alltag. Ich liebe dieses kleine Wunder so sehr! Micha und ich können uns nach wie vor kaum an ihm sattsehen, wir kuscheln ihn immerzu und sind so, so glücklich! Und dankbar. Dankbar über dieses vierte Bündel Glück. Dankbar darüber, dass diese Schwangerschaft ein gutes Ende genommen hat.

Gern möchte ich euch nun von den letzten Stunden vor der Geburt erzählen und natürlich auch vom Kaiserschnitt selbst und der Zeit danach.

Viel Freude mit meinem Geburtsbericht und den vielen Bildern von dieser magischen Zeit!

Piets Ankunft zu Hause 2

Ein ungeplant geplanter Kaiserschnitt

Wer uns während dieser Schwangerschaft fleißig gefolgt ist – sowohl hier auf dem Blog als auch auf YouTube und ganz besonders auf Instagram, der wird sich daran erinnern, dass ich mich sehr davor gescheut habe, einen geplanten Kaiserschnitt durchführen zu lassen. Ich mochte den Gedanken daran einfach nicht. Denn ich hatte so einen geplanten Kaiserschnitt bereits einmal erlebt – damals bei Lotte – und es hatte sich damals wie heute nie wirklich schön angefühlt, einen genau festgelegten Tag für die Geburt zu haben.

Ich meine, klar, so ein fester Termin hat auch seine Vorteile, immerhin lässt sich dadurch das ganze Drumherum (wie z.B. die Betreuung der Geschwisterkinder) besser planen, aber es nimmt dem Ganzen auch den Zauber. Und nicht zuletzt kommt es dadurch auch mal zu einem Kaiserschnitt, bevor es überhaupt erste Wehen gibt. Ich finde, da fehlt dem Baby die Vorbereitung auf die Geburt und einem selbst auch. Darum war es mir dieses Mal sehr wichtig, nicht schon Wochen im Voraus zu wissen, wann unser Piet das Licht der Welt erblicken würde.

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Und nicht zuletzt hatte ich bis zum Schluss auf eine spontane Geburt gehofft. Mir hatte jeder davon abgeraten – jeder Arzt, jede Hebamme, aber ich hatte da einfach diesen Herzenswunsch. Letztendlich hatte ich jedoch keine andere Wahl, da die inneren Vernarbungen von den beiden bisherigen Kaiserschnitten als sehr dünn ausgemessen wurden. Hinzukam mein gesundheitlicher Zustand, denn ich lief bis zur Geburt über Wochen mit einem gänzlich verstrichenen Gebärmutterhals (ab der 34. SSW) und einem geöffnetem Muttermund herum. Dieser war zum Schluss sogar schon 4 cm auf. Die Ärzte, vor allem meine Frauenärztin und meine Hebamme, befürchteten, dass es letztendlich alles ziemlich schnell gehen könnte und dann hätte unser Piet schlimmstenfalls zu Hause oder unterwegs kommen können. Und wenn es dann tatsächlich Komplikationen aufgrund der sehr ausgedünnten Kaiserschnittvernarbungen gegeben hätte, dann hätte das tatsächlich lebensbedrohlich für uns beide – Piet und mich – enden können.

Aus diesem Grund entschied meine Frauenärztin sich bei meinem letzten schwangeren Frauenarztbesuch dafür, dass Piet möglichst zeitnah geholt werden müsste. Und dieser erste Kaiserschnitttermin sollte gleich am nächsten Tag, dem 28. Juli, stattfinden.

Allerdings überrumpelte mich dieses plötzliche Tempo so sehr, zumal unsere geplanten Betreuungsoptionen für die Geschwisterkinder über mehrere Tage wegfielen, dass ich den Termin noch einmal absagte. Natürlich hätten wir einiges an Notfallbetreuung für Lilli, Lotte und Tom gehabt, aber nicht für einen Zeitraum von 4-5 Tagen. Und ich hoffte zu diesem Zeitpunkt ja immer noch auf ein Familienzimmer in der Klinik, was eben diesen Betreuungszeitraum für die Geschwisterkinder voraussetzen würde.

Doch da ich nicht mehr allzu lange warten sollte und auch die Ärzte in der Klinik nun etwas „panisch“ wurden, was meine Situation und meinen Befund betraf, bekam ich rasch einen neuen Termin am 30. Juli. Und für diesen Zeitraum sorgten wir schließlich für eine ausreichende und verfügbare Betreuung für die Geschwister. Glücklicherweise waren Michas Eltern bereit, dafür aus Essen anzureisen und unsere Kinderschar zu hüten. Was nahm mir das den Druck und den Stress! Was nahm mir das die Ängste und Sorgen! Denn ich wollte meine drei Mäuse einfach gut betreut wissen. Darum bin ich Michas Eltern noch immer sehr, sehr dankbar für diesen äußerst spontanen Einsatz. <3

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Der letzte Tag vor der Geburt

Und so ging es schließlich am 29. Juli noch einmal in die Klinik für einen neuen Corona-Test. Das ganze Vorgespräch für den Kaiserschnitt und auch das Gespräch mit dem Narkose-Arzt hatte nämlich bereits in der gewünschten Klinik stattgefunden – zu jenem Zeitpunkt in der 34. SSW, als alle bereits dachten, es würde mit der Geburt losgehen. Aus diesem Grund war die Klinik bereits auf mich vorbereitet und auch ich war entsprechend vorbereitet und startklar.

Und so fuhren wir schließlich am 29. Juli morgens noch einmal in die Klinik, ich machte den Test und stellte mich darauf ein, dass unser Sohn am nächsten Tag zur Welt kommen würde. Und das funktionierte emotional ganz wunderbar. Die Vorfreude wuchs stündlich. Ich war innerlich selig, geerdet und bereit. Es hätte keinen besseren Moment geben können, kein besseres Timing, keine besseren Umstände.

Dennoch waren die letzte Tage – auch der letzte Abend vor der Geburt – noch eine kleine Gratwanderung. Denn die Wehen, die ich hatte, waren mittlerweile sehr stark und sehr langanhaltend, der Druck nach unten nahm immer mehr zu und wir bibberten bis zum letzten Moment, dass es nicht doch plötzlich vorher losgehen und ziemlich chaotisch werde könnte.

Immerhin – und das schrieb ich ja bereits oben – war mein Muttermund bereits 4 cm geöffnet. Und die Wehen waren schwer einzuschätzen. So hatten sie sich ja schon ausgewirkt und hatten das auch immer mal wieder getan, aber dennoch ließen sie sich nicht immer gut zuordnen. Ich war einfach zu geprägt von all den Wehen in dieser Schwangerschaft, die vor allem ab der 34. SSW sehr stark geworden waren.

Am letzten Tag vor der Geburt machten wir noch ein letztes Bauchbild:

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Bauchbild an 38+6 SSW

Und bevor Michas Eltern bei uns eintrafen, unternahmen wir auch noch einen allerletzten fünfsamen Ausflug mit Babybauch – zu einer Straußenfarm in unserer Nähe. Diese Zeit haben wir wirklich noch einmal ganz intensiv genossen. Und das Wissen darüber, dass Piet am nächsten Morgen zur Welt kommen würde, war irgendwie auch befreiend. Ich konnte mich richtig fallen lassen, richtig loslassen, mich innerlich richtig auf alles, was nun kommen würde, einstellen und vorbereiten. Ich war plötzlich wahnsinnig entspannt und ruhig. Viel ruhiger als ich vorher gedacht hätte. Denn die ganze Schwangerschaft über hatte ich doch recht große Angst vor der Geburt und dem damit verbundenen Kaiserschnitt gehabt – vor allem unter den aktuellen Corona-Bedingungen.

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Letzter Ausflug zu fünft, einen Tag vor Piets Geburt

Am Nachmittag trafen schließlich die Großeltern ein. Lilli, Lotte und Tom freuten sich wahnsinnig! Immerhin hatten sie einander auch schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Und nicht zuletzt hatte ich das Gefühl, dass auch die Kinder entspannter waren, nachdem es endlich einen geordneten „Fahrplan“ für den Endspurt bis zur Geburt gab. Sie wussten nun, wann es losgehen würde und fühlten sich zu Hause mit Oma und Opa gut betreut und richtig geborgen. Das spürten wir total!

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, zunächst einmal gemeinsam Kuchen zu essen, Oma und Opa anschließend zu erklären, wie unser Tagesablauf mit den Kindern ungefähr ist, wo sie im Haus alles finden können, und unsere letzten Sachen für die Klinik zu packen.

Am Abend wurde ich dann auch noch einmal emotional – zusammen mit Lotte. Denn wir wussten, der Babybauch würde ab dem nächsten Tag der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig diese immense Neugierde, Vorfreude und Aufregung auf unser viertes Wunder. Was für Gefühle und Gedanken uns da durchströmten!

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Der Abend vor dem Kaiserschnitt war sehr emotional

Und schaut mal, wie unser „Baby-Kalender“ zu diesem Zeitpunkt aussah! Fast vollkommen geplündert. =)

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Unser Schwangerschaftskalender für die letzten 100 Tage

Der Tag der Geburt – Piet erblickt das Licht der Welt

In der Nacht vor der Geburt gingen wir nicht allzu spät, aber auch nicht allzu früh ins Bett. Wobei es für unsere Verhältnisse schon recht früh war – so gegen Mitternacht. Um 4:30 Uhr musste ich aufstehen, um mich fertigzumachen, die letzten Sachen zu packen, die ich erst am Morgen packen konnte (weil ich sie nachts oder am Morgen noch brauchte) und um rechtzeitig mit Micha loszufahren.

Michas Papa war so lieb, uns in die Klinik zu fahren. Um 6:15 Uhr sollten wir da sein.

Seltsamerweise konnte ich die paar Stunden in der Nacht recht gut und recht tief schlafen. Das war mir zuvor in der halben Schwangerschaft nicht mehr gelungen. Und ich erinnere mich auch sehr gut daran, dass ich damals vor dem geplanten Kaiserschnitt bei Lotte viel zu aufgeregt gewesen war, als dass ich hätte schlafen können. Doch wir wissen ja alle: In der Ruhe liegt die Kraft! Vermutlich dachte sich das auch mein Körper – noch einmal Kraft tanken vor dem großen Tag, noch einmal Kraft tanken, bevor all die Veränderungen beginnen.

Am Morgen stand ich also auf, machte mich im Bad fertig, packte die allerletzten Sachen ein und weckte schließlich Micha. Nur wenig später fuhren wir gemeinsam mit dem Auto in die Klinik. Da wir immer noch darauf hofften, ein Familienzimmer zu bekommen, war es super lieb, dass Michas Vater uns fuhr, denn ansonsten hätten wir unser Auto für die paar Tage irgendwo parken müssen, was aufgrund der Corona-Lage aktuell nicht auf dem Klinikgelände gegangen wäre.

Die ganze Autofahrt über hatten Michas Vater und Micha sich über alles Mögliche unterhalten. Ich hatte recht schweigsam hinten gesessen und versucht, mich emotional auf das Kommende vorzubereiten. Und ich musste auch das eine oder andere Tränchen verdrücken, wenn ich daran dachte, dass dies meine letzten Momente mit Babybauch waren. Irgendwie machte mich das sehr sentimental. Auf der anderen Seite konnte ich es überhaupt nicht mehr erwarten, unser viertes Wunder endlich kennenzulernen! Ich war so gespannt, wie er aussehen und duften und wie sein Wesen sein würde! Diese Vorfreude war immens und ließ mein Herz von Minute zu Minute höherschlagen.

Gegen 6:00 Uhr trafen wir schließlich bei der Klinik ein. Wir meldeten uns beim Empfang an, wurden dort noch einmal wegen Corona befragt, auch wurde bei uns noch einmal die Temperatur gemessen und wir bekamen neue Masken, die wir fortan in jeglicher Anwesenheit anderer tragen mussten. Mein Corona-Test vom Vortag war im Übrigen negativ ausgefallen. Die Maskenpflicht galt aber dennoch auch für mich.

Meinen Babybauch festhaltend betrat ich schließlich den Fahrstuhl, der uns in die entsprechende Etage bringen sollte. Micha folgte mir. Oben angekommen meldeten wir uns schließlich bei den Schwestern und Hebammen an und wurden ganz herzlich begrüßt. Micha fragte sofort, wie denn der Stand der Dinge wegen des Familienzimmers wäre. Er machte sich einfach Sorgen, weil er wusste, dass ich tierische Angst davor hatte, nach dem Kaiserschnitt allein sein zu müssen.

Die Schwester antwortete dann, dass die Station gerade ziemlich belegt wäre und man schauen müsste. Ich bekam sofort Panik und meine Gedanken kreisten plötzlich wieder mehr um die Zeit nach der Geburt. Meine Ängste flammten wieder auf und mir wurde mulmig zumute. Diese Ängste hatten wir in der Klinik bereits angesprochen – auch aufgrund meiner Vorgeschichte mit der postnatalen Depression – und sie war auch vermerkt worden. Dennoch wussten wir natürlich: Frauen gehen auf dieser Station selbstverständlich vor und ein Familienzimmer ist eben nur dann möglich, wenn Platz vorhanden ist. Die Schwestern betonten dabei aber auch, dass es ihnen gerade nach Kaiserschnitten ebenso am Herzen liegen würde, ein Familienzimmer zu ermöglichen, weil Frauen nach diesem Eingriff eben körperlich sehr eingeschränkt sind. Umso mehr begann ich ab diesem Moment zu hoffen, dass uns doch noch ein Zimmer zugeteilt werden würde.

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Doch zunächst ging es für mich allein aufs Zimmer. Darin traf ich auf eine sehr ruhige und liebe Bettnachbarin. Die Schwester brachte mir mein OP-Hemd, erklärte mir alles und teilte mir ein Bett und Platz für meine Sachen zu. Anschließend durfte ich mich in Ruhe umziehen und dann zurück zu Micha, der mittlerweile in einem derzeit stillgelegten Buffet-Zimmer wartete.

Und so saßen wir anschließend noch eine Weile dort zusammen. Wir waren aufgeregt, dadurch recht schweigsam, und irgendwie nervös. Aber vor allem waren wir so gespannt auf unseren kleinen Piet! Die Vorfreude, die bis dahin schon so immens groß geworden war, überschlug sich mittlerweile fast. Bald hatten wir es geschafft, dachte ich mir. Ganz bald.

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Das letzte Babybauchbild von mir

Es dauerte nicht allzu lange, da kam die Schwester zu uns zurück und gleich darauf hieß es kurz und knapp: „Es kann losgehen, folgt mir bitte!“

Jetzt schlug mir das Herz wirklich bis zum Hals. Ich weiß nicht, warum ich vor diesem Kaiserschnitt insgesamt mehr Angst hatte als vor den anderen. Aber ich hatte Angst. Vielleicht war es auch mehr die Unsicherheit, die mich plagte. Nicht, weil ich nicht kannte oder wusste, was passieren würde, sondern einfach, weil es der dritte Kaiserschnitt war. Und weil ich Angst vor den Schmerzen und der Zeit danach hatte.

Glücklicherweise hatten wir eine wahnsinnig tolle Hebamme an diesem Tag. Sie war so unglaublich liebenswert und einfühlsam! So herzlich und toll! Wenn ich heute an diesen Tag zurückdenke, bin ich wahnsinnig froh, dass wir sie hatten. Es kam mir vor, als würden wir uns schon ewig kennen. Sie ging einfach auf all meine Ängste und Sorgen ein und stand mir durchgehend bei.

Mit dem Bett ging es dann weiter in den OP-Bereich, durch die Schleuse, Micha und ich mussten uns nun erst einmal voneinander verabschieden.

Und dann, auf der OP-Liege, begann das gesamte OP-Prozedere, während Micha sich im Nebenraum für die OP umzog.

Ja, und wie ist das bei so einem Kaiserschnitt?

In erster Linie hat man ziemlich viele Menschen um sich herum, die sich einem zunächst alle der Reihe nach vorstellen. Und dann wird man verkabelt, gefühlt von Kopf bis Fuß. Das ganze Herz-Kreislauf-System wird nämlich stetig überwacht. Einen Tropf gibt es dann auch noch und allerlei weiteres Gedöns, das ich auch nach drei Kaiserschnitten nur noch schwammig im Kopf habe. Und dann geht es auch schon ziemlich schnell an die Spinalanästhesie. Dafür gibt es erst eine Spritze, die den Einstichbereich betäubt, anschließend die richtige Betäubung. Da meine Wirbelsäule etwas schief ist, stellte sich das irgendwie als schwieriger als gedacht heraus. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es gedauert hat, aber es kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich saß nach vorn gebeugt da, was mit dickem Bauch und Wehen wirklich unbequem und schmerzhaft ist, meine Beine zitterten – weniger vor Angst, mehr vor Anspannung von der unbequemen Haltung. Und hinter mir hörte ich nur immer wieder die Anästhesistin leise (aber liebevoll) fluchen, um mich dann doch wieder etwas mehr zurechtzurücken. Etwas mehr nach links, dann wieder etwas mehr nach rechts, dann etwas weiter nach vorn beugen. Ich war so froh, dass meine Hebamme mir die Hand ganz festhielt und beruhigend und liebevoll auf mich einsprach. Sie versuchte wirklich, mir diesen Moment so erträglich wie möglich zu machen. Zumal es so oder so kein schöner Gedanke ist, wenn da jemand hinter einem am Rückenmark zugange ist. Deswegen wird man dabei auch ziemlich festgehalten – von links und rechts, um bloß keine falsche Bewegung im falschen Moment zu machen.

Jedenfalls war das Ganze dann irgendwann überstanden. Zum Glück. Kurz darauf spürte ich schon das Kribbeln, die Wärme und den Druck. Ein Schweregefühl, ein Gefühl wie Blei, ein starkes Pochen in meinem Kopf. Dennoch konnte ich meine Zehen und Füße noch bewegen, was ich von den anderen Kaiserschnitten nicht kannte. Da war ich unten herum immer gänzlich betäubt gewesen.

Ein paar Male wurde mit einem Kältespray getestet, ob ich noch etwas fühlte. Und ich fühlte noch ziemlich lange etwas und konnte meine Füße und Zehen auch immer noch bewegen. Das machte mich irgendwie unruhig und ich sprach das auch immer wieder an. Aber alle beruhigten mich und sagten, keiner würde mit der OP anfangen, solange ich noch etwas spüren würde.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Das Tuch vor meinen Augen wurde hochgezogen, ich spürte (schmerzfrei), dass mir der Blasenkatheter gesetzt wurde, hörte dann irgendwo von der Seite, dass mein Mann nun kommen könnte, sah Micha daraufhin den Raum betreten, spürte die Hand meiner Hebamme links, hörte ihre einfühlsamen Worte. Dabei hielt sie mich immer auf dem Laufenden, wie gerade der „Stand der Dinge“ war. Ich spürte Berührungen und Bewegungen an meinem Bauch und nahm beiläufig wahr, dass wir fast nur Frauen im OP waren – mit einer einzigen Ausnahme, und krallte mich schließlich fest in Michas Hand, als das Rütteln und Schütteln, Ruckeln und Drücken an meinem Bauch immens wurde. Ich spürte es so deutlich wie nie zuvor! Ich konnte förmlich fühlen, was da gemacht wurde. Nur schmerzfrei. Ich spürte keine Schmerzen, aber es war ziemlich deutlich zu spüren, was da gerade los war und was da gemacht wurde. Das kannte ich zwar von den anderen Kaiserschnitten, aber bei diesem war es doch wesentlich deutlicher zu spüren.

Und dann platschte es und kurz darauf hörte ich hinter dem Tuch: „Da ist er ja!“, gefolgt von einem Babyschreien.

Mir schossen Tränen in die Augen. Vor Dankbarkeit und Erleichterung. Ich war voller Emotionen und Gedanken und gleichzeitig so leer und einfach nur glücklich. Und dieses Glück wurde unendlich größer, als man mir schließlich unseren kleinen Piet auf die Brust legte. Das ging wirklich schnell. Kaum, dass er geboren war, hatte ich ihn bei mir. Ganz eng bei mir. Ich konnte ihn streicheln, kuscheln, berühren, bewundern. Micha und ich waren absolut selig.

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Ich durfte unseren Piet eine ganze Weile halten. Irgendwann wurde ich dann liebevoll gefragt, ob es in Ordnung wäre, dass er einmal kurz zum Kinderarzt mitgenommen werden dürfte. Ich bejahte und Micha durfte Piet begleiten. Und es dauerte auch wirklich nicht lange, da bekam ich Piet schon wieder zurück. Dieses Mal direkt auf die Haut unter unser gemeinsames warmes Handtuch. Und dann durften wir uns erst mal ausgiebig bekuscheln und beschnuppern. Es war so schön! Ich konnte meine Augen nicht von Piet abwenden. Er war so ein wunderschönes Baby! Vom ersten Moment an! Und er schien sich bei mir auf der Brust auch pudelwohl zu fühlen.

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Während wir also lagen und kuschelten, mit Micha an unserer Seite, wurde ich auf der anderen Seite des Tuches wieder zugenäht. All das bekam ich nur beiläufig mit. All das war gar nicht mehr relevant. Für mich gab es in diesem Moment nur noch meinen kleinen Piet. Und Micha an meiner Seite.

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Irgendwann musste Micha den OP-Saal dann verlassen und er durfte Piet zum Bonding mitnehmen. Dieses Bonding hatte er auch damals nach den Kaiserschnitten von Lotte und Tom übernommen – Haut an Haut kuscheln. Ich finde ja, das sind auch wunderschöne Papa-Momente.

In der Zwischenzeit wurde ich „zu Ende“ versorgt.

Außerdem hatte ich mich noch für den sogenannten „TAP-Block“ entschieden, der nach dem Kaiserschnitt ebenfalls von der Anästhesistin durchgeführt wurde. Dafür wurde mir auf beiden Seiten ein weiteres Betäubungsmittel injiziert, das später dafür sorgen sollte, dass die Wundschmerzen geringer ausfallen bzw. lange ausbleiben würden. Dieses Prozedere dauerte noch einmal 10-15 Minuten für beide Seiten zusammen. Und es fühlte sich komisch an, weil ich spürte, dass da etwas an und in mir gemacht wurde – nur eben schmerzfrei. Genau wie beim Kaiserschnitt auch. Aber dennoch fühlt ich etwas. Zu jenem Zeitpunkt war ich ziemlich gespannt, ob ich später, nach der OP, einen Unterschied bei den Schmerzen spüren würde im Vergleich zu den beiden bisherigen Kaiserschnitten ohne TAP-Block.

Als diese spezielle zusätzliche Betäubung schließlich gesetzt war, kehrten die anderen Ärzte zurück an mein Bett, tasteten meinen Bauch ab und schüttelten die Köpfe. Meine Gebärmutter zog sich nämlich so gar nicht zusammen. Und damit begannen die Komplikationen. Zunächst bekam ich einen Tropf angehängt und musste auch noch im OP verbleiben. Dann wurde wieder getastet und ein weiteres Medikament verabreicht. Und ich hörte ständig, dass ich zu viel Blut verlieren würde. Ich dachte mir dabei allerdings noch nicht allzu viel.

Als die Medikamente via Tropf schließlich durchgelaufen waren, hieß es, ich sei fertig und könne nun zu Micha und meinem Piet. Es ging also zurück zur Schleuse. Dort wollte mich das OP-Team schließlich von der OP-Liege auf das Kreißsaal-Bett hieven, doch sie stockten, als immer noch wahnsinnig viel Blut aus mir lief. Und so wurde ich noch einmal komplett versorgt und gesäubert. Auf den Rest sollte anschließend der Kreißsaal einen Blick werfen bzw. das Ganze im Auge behalten.

Ich kam also zurück auf das Bett, etwas irritiert davon, dass die Ärzte immer wieder von „zu viel Blut“ und „ungewöhnlich viel Blut“ sprachen und wurde zum Kreißsaal geschoben. Dort warteten bereits Micha, unsere Hebamme und mein kleiner Piet auf mich. Letztere weinte schon nach mir und schien äußerst selig, als ich ihn endlich und damit auch zum ersten Mal an meiner Brust anlegen durfte. Er nuckelte sich sofort fest, als hätte er nie etwas anderes getan.

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Doch leider lief das Blut immer weiter und weiter. Es kam wieder eine Ärztin, dann schaute die Hebamme wieder nach uns, dann wieder eine Ärztin. Und als ich auch nach einer Weile immer noch stark blutete, bekam ich weitere Medikamente, zusätzlich etwas Flüssigkeit. Irgendwie erschienen mir alle etwas zu unruhig um meinen Zustand, aber ich vertraute allen und dachte, wenn es richtig ernst werden würde, würde man mir schon etwas sagen. Das Hauptproblem bestand eben darin, dass sich meine Gebärmutter nicht zusammenzog.

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Und so verblieben wir zur Beobachtung im Kreißsaal. Stunde um Stunde. Immer wieder wurde nach mir geschaut und die Blutung kontrolliert. Ich bekam auch ständig neue Sachen angehängt: Flüssigkeiten und Medikamente. Und ich bekam rektal Tabletten eingeführt.

Ich konzentrierte mich bei alledem nur auf meinen Piet und kuschelte ihn, legte ihn links und rechts an und genoss die Ruhe in diesem Zimmer. Allerdings wurde mir dann irgendwann sehr komisch. Ich begann zu zittern. Erst kaum merklich, aber dann immer mehr. Irgendwann konnte ich kaum noch sprechen und dann bebte plötzlich mein ganzer Körper. Ich zitterte so massiv! Das kann man sich kaum vorstellen! Ich konnte kein Körperteil mehr stillhalten. Micha klingelte und unsere Hebamme und die Ärztin kamen zurück und wurden schon wieder recht unruhig. Sie kontrollierten auch alle Werte wie Blutdruck und Puls, aber da war alles in Ordnung. Dieses immense Zittern ging fast eine Stunde. Ich begann schon zu weinen, weil das Zittern so stark war, dass es körperlich immens anstrengend war (Ich schätze, jeder weiß, wie man beim Zittern krampfen kann und das war wirklich sehr, sehr starkes Zittern!). Dieses heftige Zittern forderte so viel Kraft von mir und gleichzeitig bedeutete das Zittern umso mehr Schmerzen im Wundbereich. Zudem konnte ich Piet nicht mehr halten. Ich konnte nicht einmal mehr klar sprechen. Gar nichts ging mehr. Die Ärztin war kurz davor mir etwas Starkes zu verabreichen, bis wir es jedoch erst einmal mit Glukose versuchten, wieder via Tropf, weil wir auf eine starke Unterzuckerung spekulierten. Und die war es schließlich auch, wie sich beim Messen des Blutzuckers herausstellte, der bei mir viel zu gering war. Und so half der Glukose-Tropf zum Glück sehr schnell. Danach war ich ziemlich erleichtert, aber auch ziemlich erschöpft.

Wir blieben aufgrund dessen und der Blutung aber weiterhin zur Beobachtung im Kreißsaal. Insgesamt waren wir nach der OP über acht Stunden dort.

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Erst als meine Blutung sich normalisierte und auch mein Blutzuckerwert wieder normal war und auch alle anderen Werte gut waren, durften wir schließlich zurück auf die Station – und zwar tatsächlich in ein Familienzimmer! Meine Hebamme und auch eine Schwester hatten sich so sehr für uns eingesetzt! Ich war so dankbar, so glücklich, so unendlich froh! Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen!

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Ach ja, im Kreißsaal war Piet natürlich auch noch gemessen und gewogen worden. 52 cm lang, 3610 g schwer und einen Kopfumfang von 36 cm kamen dabei heraus. =)

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Foto vom Newbornshooting in der Klinik

Babyshooting Klinik 3

Foto vom Newbornshooting in der Klinik

Babyshooting Klinik 2

Foto vom Newbornshooting in der Klinik

Außerdem: Was war das bitte für ein wundervolles Gefühl, unser Baby direkt mit aufs Zimmer zu bekommen? Das kannten wir so gar nicht. Wir hatten Piet von Anfang an bei uns! Und wir bekamen unser eigenes Zimmer! Zu dritt. Nur Micha, Piet und ich. Für ein paar Tage. Was für eine wundervolle Kennlernzeit! Was für ein schöner dreisamer Start! Ich glaube, auf all den Fotos, die in dieser Zeit entstanden sind, kann man sehr gut sehen, wie glücklich und geerdet ich zu diesem Zeitpunkt war. Es war einfach alles geschafft und überstanden und alles verlief so positiv!

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Na ja, fast alles, bis auf die Komplikationen unter der Geburt. Von der starken Blutung bis zur Unterzuckerung.

Im Nachhinein erfuhren wir übrigens – aber das erst unter ruhigeren Bedingungen – dass ich über 1 Liter Blut verloren hätte und eigentlich um die 500 ml normal wären. Generell wäre es außergewöhnlich viel Blut gewesen und ich hatte wirklich Glück gehabt, dass das Ganze nicht schlimmer verlaufen, sondern sich zum Ende hin beruhigt hatte.

Dennoch war das Ganze schon ziemlich heftig. Auch im Nachhinein. Ich hatte die Unruhe und Ängste der Ärzte und Hebamme ja durchgehend mitbekommen, aber so richtig bewusst über all das, was das passiert war und noch hätte passieren können, bin ich mir erst im Nachgang geworden. Zum Glück ist alles gutgegangen!

Doch all das Positive überwog ohnehin für mich. Für die nachträglichen Ängste und negativen Gedanken gab es bei mir keinen Platz.

Nein, ich genoss einfach nur. Mit Körper und Geist und das in vollen Zügen. Ich genoss unsere Zeit im Familienzimmer und ich genoss unseren Piet. Und das in jeder einzelnen Sekunde. Ich konnte ihn nur immerzu anschauen, an ihm schnuppern, ihn kuscheln und stillen. Ich wollte ihn nie wieder hergeben und spürte vom ersten Moment an eine so starke Liebe, die mich immerzu vor Glück weinen ließ. Ja, ich war glücklich – mit jeder einzelnen Faser meines Körpers.

 

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Von Wundschmerzen und Nachwehen

Wer uns auf Instagram folgt, hatte vielleicht kurz vor der Geburt mitbekommen, dass ich von dem sogenannten „TAP-Block“ erzählt hatte. Und wie ich bereits oben geschrieben habe, habe ich diesen bei mir durchführen lassen. Und ich kann euch nur sagen: Ich würde es immer wieder tun! Und ich finde es so schade, dass es diese Methode damals noch nicht in dieser Klinik gegeben hatte – bei meinen beiden bisherigen Kaiserschnitten. Denn ich habe einen immensen Unterschied bemerkt, was die Schmerzen betrifft!

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Normalerweise lässt die Betäubung nach so einem Kaiserschnitt dann ja irgendwann stückweise nach. Erst spürt man die Zehen wieder, dann die Füße, dann die Unterschenkel usw. Und irgendwann gesellt sich dann erst ein leichter, aber stärker werdender Wundschmerz dazu. Ich habe die bisherigen Kaiserschnitte (die vor dem jetzigen) sehr schlecht weggesteckt. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich davor fast die ganze Schwangerschaft ans Bett gefesselt gewesen war, und auch daran, dass ich monatelang Wehen gehabt hatte, darunter zum Ende hin über viele, viele Tage richtig schmerzhafte. Wobei, … eigentlich hatte ich all das jetzt auch gehabt. Nur nicht ganz so besorgniserregend wie bei den bisherigen Schwangerschaften.

Jedenfalls hatte mein Kreislauf mich nach den bisherigen Kaiserschnitten immer sehr im Stich gelassen. Und als dann beide Male die ziemlich starken Wundschmerzen hinzugekommen waren, war mir jedes Mal schwarz vor Augen geworden. Aufstehen nach dem Kaiserschnitt war für mich unmöglich oder erst sehr verspätet umsetzbar gewesen. Und dann auch nur unter Schmerzmitteln, in sehr gebeugter Haltung und mit zusammengebissenen Zähnen.

So nicht dieses Mal.

Dieses Mal schaffte ich es sogar, mich selbstständig vom Kreißsaal-Bett ins Bett auf der Station zu manövrieren. Becken hoch, ein Stück rüber, Becken hoch, ein Stück rüber. Ich hatte die ganze Zeit im Kreißsaal bis zum späten Abend, also eigentlich über 12 Stunden lang, keine wirklichen Wundschmerzen. Am Abend kamen sie dann irgendwann hinzu, aber wirklich relativ abgeschwächt. Und so schaffte ich es auch, abends gegen 20:00 Uhr aufzustehen. Also 12 Stunden nach dem Kaiserschnitt. Und ich schaffte es auch, andere Positionen im Bett einzunehmen und ein Bein anzuwinkeln usw. Bei den anderen beiden Kaiserschnitten war ich quasi bewegungsunfähig gewesen, hatte nur stocksteif und recht regungslos dagelegen. Dieses Mal nicht. Ich konnte mich wirklich von Anfang an relativ gut bewegen. Am nächsten Tag schon konnte ich richtig gut und oft aufstehen und dabei sogar richtig aufrecht gehen und stehen. Ihr seht es ja auf den Bildern.

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Also, dieser „TAP-Block“ hat sich bei mir absolut bewährt! Diese richtig fiesen Wundschmerzen wurden damit quasi übersprungen.

Natürlich tat die Kaiserschnittnarbe dennoch an den Folgetagen weh, aber eben nicht so, wie ich es aus meinen bisherigen Erfahrungen kannte.

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Dafür kamen die Nachwehen in hundertfacher Intensität zu meinen bisherigen. Ich dachte ja schon, die Nachwehen nach Toms Geburt wären nicht zu toppen gewesen. Aber das waren sie. Die erste Nacht nach dem Kaiserschnitt hatte ich Piet durchgehend im Arm, habe ihn oft angelegt und lag die ganze Nacht wach. Micha habe ich schlafen lassen, er hätte ja sowieso nicht helfen können. Und auch er musste sich erholen und Kraft tanken. Jedenfalls verbrachte ich diese Nacht durchgehend damit, die Nachwehen auszuhalten und zu veratmen. Es kam eine nach der nächsten und jede hielt 3-4 Minuten an bzw. der Schmerzhöhepunkt jeder einzelnen Wehe hielt 3-4 Minuten an. Ich konnte wirklich nur die Lippen zusammenpressen, die Augen zukneifen, atmen, Luft holen, atmen, stöhnen, ächzen … und so ging es die ganze Nacht. Das war schon wirklich heftig. Aber zum Glück blieb mir die Kombination aus diesen Nachwehen mit starken Wundschmerzen erspart. So war es nämlich damals nach Toms Geburt gewesen. Deshalb hatte ich ja auch solch eine Panik vor der Zeit nach dem Kaiserschnitt gehabt.

Gleichzeitig wusste ich die ganze Nacht, während ich so dasaß und veratmete und aushielt, dass es meist schon am nächsten Tag wesentlich besser werden würde. Und so kam es schließlich auch.

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Piet und ich – 1 Tag nach dem Kaiserschnitt

Fazit: Die Wundschmerzen waren dank „TAP-Block“ wesentlich geringer, wodurch ich sehr schnell wieder sehr beweglich und mobil war, die Nachwehen waren nach dieser vierten Geburt dafür umso stärker.

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Von Glücksgefühlen, Freudentränen und der wundervollen Babyblase

Insgesamt blieben wir vier Tage in der Klinik. Und diese Zeit haben Micha und ich wirklich in vollen Zügen genossen. Wir hatten so viel Ruhe wie seit langer, langer Zeit nicht mehr. Wir hatten Ruhe für uns, ich hatte Ruhe zum Genesen, und wir hatten Ruhe, um unseren zweiten Sohn kennenzulernen – und das so was von intensiv und ohne nur einen wichtigen Augenblick in dieser wertvollen Anfangszeit zu verpassen.

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Die meiste Zeit stillte und kuschelte ich, teilweise redeten Micha und ich über so viele Dinge, über die wir sonst nicht sprechen, weil die Zeit dafür fehlt. Oft flossen bei mir Tränen – vor Glück und gemischter Emotionen, meistens aber vor Freude, Dankbarkeit oder Wehmut.

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Es war eine besondere Zeit, eine ganz intensive Zeit, die sich rückblickend eigentlich kaum in Worte fassen lässt. Von all unseren Geburten war dies bisher auf jeden Fall die ruhigste und schönste Zeit nach der Geburt. Einfach, weil wir unser Baby direkt bei uns hatten und weil wir uns ungestört kennenlernen und ungestört genießen konnten. Einfach, weil es nach all den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt eine echte Ruhephase für uns bedeutete. Diese Tage in der Klinik waren wirklich sehr wertvoll für uns. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese kostbare Zeit so intensiv erleben durfte. Das hat mir ganz viel Kraft gegeben und sicher auch dazu beigetragen, dass das Stillen so wunderbar klappte und dass ich schneller wieder auf die Beine kam.

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Ich danke dem Krankenhaus wirklich sehr für diese Zeit. Und auch dafür, wie liebenswert wir dort betreut worden sind. Es war wirklich schön! Und das lässt sich sonst selten über einen Klinikaufenthalt sagen, oder? Ich bin wirklich glücklich, dass es so lief, wie es lief.

Diese anfängliche Babyblase ist einfach magisch. Und man sollte sie in vollen Zügen genießen, sofern dies möglich ist. Es ist eine Zeit, die so nie wieder kommt. Es ist eine Zeit des Beschnupperns, des Kennenlernens; eine Zeit des Verarbeitens und des Genesens. Es ist Zeit, die wir uns nehmen sollten. Und es tat gut, diese Zeit nur für uns zu haben. Ja, es  hätte aus meiner Sicht nicht besser laufen können.

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Es geht nach Hause: Ab jetzt sind wir zu sechst!

Schon am Samstag erfuhren wir, dass wir das Krankenhaus am Sonntag verlassen durften. Der Kaiserschnitt hatte am Donnerstagmorgen stattgefunden.

Am Sonntag nahmen wir noch die U2 in der Klinik mit – alles in bester Ordnung.

Und dann ging es auch schon nach Hause. Michas Vater holte uns ab. Wir boten auch an, uns ein Taxi zu nehmen, aber er bestand darauf. Vielleicht war er auch voller Vorfreude, seinen frisch geborenen Enkelsohn schnellstmöglich zu sehen. So oder so wollte er uns unterstützen, was wirklich sehr lieb war.

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Piet in seinem ersten eigenen Outfit

Die Kaiserschnittschmerzen waren an diesem Tag wirklich schon wesentlich besser. Ich konnte mich bücken, mich recht gut bewegen, selbst Treppen stellten kein großes Problem dar. Selbst das Lachen und Niesen nicht – und das kenne ich nach Kaiserschnitten sonst anders. Bei den anderen beiden Kaiserschnitten hatte ich wochenlang Schmerzen beim Lachen und Niesen und bestimmten Bewegungen gehabt. Dieses Mal nicht. Ich war wirklich recht schnell wieder fit, was das betrifft. Dafür machte mein Kreislauf öfter schlapp, ich war sehr müde, sehr emotional und einfach sehr erschöpft. Aber rein von den Wundschmerzen her lief es dieses Mal wirklich gut.

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Piet und ich – 5 Tage nach der Geburt

Zu Hause angekommen wurden Micha und ich kaum von den Kindern wahrgenommen. Nein, Lilli, Lotte und Tom hatten nur Augen für Piet – von der ersten Sekunde an. Ja, das war wirklich Liebe auf den ersten Blick! Von allen dreien. Und das war wunderschön anzusehen. <3

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Und nun sind wir tatsächlich zu sechst. Wir sind eine sechsköpfige Familie. Micha und ich sind Vierfacheltern. Wahnsinn!

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Unser Traum ist in Erfüllung gegangen! Und unser Traum fühlt sich schon jetzt so an, als wäre er ständig präsent, nur noch nicht real gewesen. Wir können uns kaum vorstellen, wie es jemals ohne Piet gewesen ist. Seit er auf der Welt ist, ist er nicht mehr aus unserer Familie wegzudenken, geschweige denn aus unseren Herzen. Was lieben wir diesen kleinen Menschen! Was sind wir dankbar für dieses unfassbare Glück, zum vierten Mal Eltern geworden zu sein.

Piet

Ab jetzt zu sechst. Ab jetzt herrscht hier Alltag mit vier Kindern. Das ist es, was wir immer wollten. Das ist einfach wunderschön.

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Hui, jetzt ist dieser Geburtsbericht wirklich wahnsinnig lang geworden. Länger als ich gedacht oder geplant hatte. Ich habe ihn aber auch ziemlich spontan und unvorbereitet heruntergeschrieben. Quasi direkt aus dem Herzen für euch verfasst. Und ich hoffe, ihr freut euch über diesen Post!

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Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle für all eure lieben Worte per Mail, PN und Kommentar bedanken – sowohl für die Zeit meiner Schwangerschaft als auch für die Zeit danach. Und auch für all eure lieben Glückwünsche und eure herzlichen Zeilen anlässlich Piets Geburt – vor allem über Instagram.

Ihr seid eine wundervolle Community! Danke, dass es euch gibt!

Alles Liebe,

eure Mari =)