Es gibt nur ein Phänomen, das mit einer Braut kurz vor ihrer Hochzeit zu vergleichen ist: eine werdende Mutter, ganz besonders bei der ersten Schwangerschaft. Und damit meine ich gar nicht die Essensgelüste oder Stimmungsschwankungen, sondern vor allem ihren Nestbautrieb. Wann er einsetzt, ist individuell, meist passiert dies aber im zweiten Schwangerschaftsdrittel und dann ist Mama oft nicht mehr zu stoppen. Fortan muss der werdende Papa renovieren, umbauen, umstellen (mehrfach natürlich), sich Bilder und Berichte im Internet ansehen, Flohmärkte und Babybörsen abfahren (bei denen man vor lauter Bäuchen nicht einmal in die Nähe der Aussteller kommt), Babyshops aufsuchen und sich in einer Tour anhören: „Guck mal, das könnten wir doch eigentlich auch noch gut gebrauchen.“  Und das Ende vom Lied ist ein mit Tüten und Kartons vollgestelltes Kinderzimmer, das man dann anschaut und sich fragt, ob man wirklich einen kompletten Babyhandel hätte leer kaufen müssen oder ob es nicht auch gezielter hätte ausfallen können.

So war das zumindest bei Micha und mir, als ich mit Lilli schwanger war. Wir kauften alles doppelt und dreifach und bekamen bestimmte Dinge später, als Lilli dann geboren wurde, sogar ein viertes Mal geschenkt. Bei Lotte und vor allem Tom waren wir aber vorbereitet, erstellten sorgfältig eine Liste, kauften nur noch ein, was fehlte, und ließen uns den Rest gezielt oder über Gutscheine schenken.

Rückwirkend betrachtet müssen Micha und ich heute natürlich über unser damaliges Verhalten lachen, aber wir können jede Mama und jeden Papa wirklich gut verstehen. Eine Schwangerschaft (besonders die erste) ist so aufregend, die Emotionen so unterschiedlich! Permanent macht man sich Gedanken, ob man auch wirklich gut vorbereitet ist, wenn das kleine Würmchen nach Hause kommt.

Ganz ehrlich? Richtig vorbereitet ist man nie! Aber man kann es versuchen, zumindest, was die sachlichen Dinge wie Kleidung, Kinderzimmer und Co angeht. Aus genau diesem Grund habe ich für euch eine Checkliste für Babys Erstausstattung zusammengestellt, die euch hoffentlich ein wenig hilft, wenn ihr euch auf euren kleinen Bald-Mitbewohner vorbereitet.

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1.) Kleidung: Worauf zu achten ist und was genau benötigt wird

Grundsätzlich sollte man nur Kleidung kaufen, die aus Naturmaterialien (z.B. Baumwolle) besteht, bevorzugt mit dem Ökotex-Siegel. Außerdem ist es immer besser, eine Nummer größer zu kaufen, da Babys sehr schnell wachsen und zu klein gekaufte Größen meist nach wenigen Tagen aussortiert werden müssen. Das Baby stört es zudem nicht, wenn die Ärmchen umgekrempelt oder die Strampler an den Beinen zu lang sind.

Bevor ihr eurem Baby die Sachen später anziehen könnt, solltet ihr sie mindestens zweimal gewaschen haben und dabei auf Weichspüler verzichten. Es gibt Waschmittel und Hygienespüler, die extra für die sensible Babyhaut entwickelt wurden. Diese sollten bevorzugt genutzt werden. Beim Waschen werden übrigens schnell Qualitätsunterschiede klar: Günstige Kleidung läuft oft ein, verliert ihre Form oder verblasst.

Tipp: Es gibt wirklich tolle Marken (z.B. Sanetta, Petit Bateau, Name it oder Steiff), die man sehr günstig gebraucht auf Babybörsen oder Flohmärkten kaufen kann und die selbst nach zig Wäschen noch vernünftig aussehen. 

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Je nachdem, ob euer Baby im Sommer oder Winter geboren wird, werden folgende Kleidungsstücke für den Anfang benötigt:

  • 6 kurze oder lange Bodys in den Größen 56 und 62 (Tipp: Absolut empfehlenswert sind Wickelbodys mit Knöpfen oder zum Binden.)
  • 6 Oberteile in 56 und 62 (Tipp: Am einfachsten sind kleine Jäckchen.)
  • 4-6 Strampler in 56 und 62
  • 3-4 Einteiler-Schlafanzüge zum Knöpfen
  • 4 dicke oder dünne Strumpfhosen in 56 und 62
  • 2-3 Hosen in 56 und 62
  • 3 Paar dicke oder dünne Socken (kleinste Größe)
  • 2 Jacken in 62/68 und/oder evtl. einen gefütterten Winteranzug in derselben Größe
  • Da Babys ihre Wärme anfangs über den Kopf abgeben: 2 dünne Mützen für innen und 2 dicke Mützen für außen
  • Handschuhe und Schal (kleinste Größe)
  • Empfehlenswert für nähebedürftige Babys ist zudem ein Pucksack (Tipp: Pucken kann man alternativ auch gut mit einer kuscheligen Decke oder einem Handtuch.)
  • 2 Schlafsäcke mit oder ohne Innensack (je nach Jahreszeit)

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2.) Was wird unterwegs gebraucht?

Die wohl teuerste Investition stellt eindeutig der Kinderwagen dar. Dieser wird eine Weile ein steter Begleiter für Kind und Eltern sein. Der Kauf sollte daher gut abgewogen sein. Handelt es sich um einen Neukauf, sollte im Geschäft Probe gefahren und möglichst eine fachliche Beratung in Anspruch genommen werden: Soll es ein später zum Buggy umfunktionierbarer Kinderwagen werden? Wird er mehr im ländlichen Bereich, also auf Wald und Flur oder doch mehr auf Asphalt genutzt? Ist er rückenfreundlich für die Eltern?

Fragen über Fragen, die gut verdeutlichen, dass hier nie die Katze im Sack gekauft werden sollte. Zudem sollte unbedingt auf das TÜV-Siegel geachtet werden!

Zusätzlich zum Kinderwagen sollten dann gleich folgende Dinge mitgekauft werden: Regenschutz, Sonnensegel und/oder -schirm, Moskitonetz, Spielkette

Empfehlenswert sind außerdem (wieder je nach Jahreszeit): Organizer für den Lenker (z.B. als Getränkehalter), Wintersack, Lammfell, dicke Decke mit entsprechenden Bezügen, Bezüge für die Einlage/“Matratze“ des Kinderwagens

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Für Fahrten mit dem Auto ist eine Babyschale gesetzlich vorgeschrieben. Dies ist ebenfalls eine relativ teure Anschaffung, bei der aber immer gilt „Safety first!“. Eine gute, fachliche Beratung ist extrem wichtig, hängt doch schließlich die Sicherheit des Babys davon ab. Im Zuge dieses Kaufs ist es ratsam, gleich eine Spielkette für den Babysafe und zwei Decken mit auf den Wunschzettel zu schreiben oder diese selbst zu kaufen.

Um zu Hause oder unterwegs die Hände frei zu haben, bieten Tragetücher oder Tragehilfen eine große Möglichkeit zur Entlastung. Da diese nicht ganz günstig sind und man nie weiß, ob Mutter/Vater und/oder Kind damit zurechtkommen, empfiehlt es sich, sich so etwas vorab bei Freunden zu leihen und auszuprobieren. Gefällt es beiden Parteien, ist es eine wirklich lohnenswerte Investition.

Tipp: Es gibt viele Orte oder Kurse, in denen Trageberatungen angeboten werden. Reinschauen lohnt sich, da hier der Umgang mit Tragehilfen detailliert erklärt und individuell angepasst wird. Ein Garant dafür, dass nicht nur das Baby die richtige Position inne hat, sondern auch der Träger selbst.

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Zu guter Letzt wird eine Wickeltasche benötigt. Hier eignet sich ebenso jede x-beliebige Tüte oder Tasche, die Wickeltasche hingegen bietet organisatorisch einen sehr hohen Komfort und sollte daher nicht fehlen. Gefüllt werden will sie natürlich mit Windeln, einer Wickelunterlage, Feuchttüchern, Ersatzkleidung, Flasche, Sauger, ggf. Wärmehalter, Milchpulver etc.

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3.) Welches Spielzeug braucht es am Anfang?

Spielzeug wird anfangs eigentlich überhaupt nicht benötigt, da das Baby zunächst nichts damit anfangen kann. Empfehlenswert ist aber immer eine Spieluhr, ein kleines, weiches Kuscheltier (oder Kuscheltier und Spieluhr in einem) und vielleicht ein Greifring.

Auf die Wunschliste kann man sich aber gerne schon eine Spieldecke bzw. einen Spielebogen setzen. Aufgrund des Preises kann man sich dies gut schenken lassen, da es für das Baby später eine willkommene Abwechslung zu Bett oder Laufstall ist.

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4.) Kosmetik & Co

  • flexibles Fieberthermometer für den Po oder ein digitales für das Ohr (Tipp: Wir nutzen seit Jahren das Braun ThermoScan Infrarot Ohrthermometer und sind sehr zufrieden!)
  • Windeln in der kleinsten Größe
  • sensitive Feuchttücher ohne Parfüm oder alternativ weiche, waschbare Waschlappen mit warmem Wasser
  • Windeleimer mit Deckel, dazu passende Mülltüten
  • Windelcreme/Zinksalbe (Gehört in jede Hausapotheke, auch später noch!)
  • Baby Q-Tips
  • Kleenex-Tücher
  • Weiche Babybürste
  • Baby-Nagelschere mit abgerundeten Spitzen (Wer mutig ist, nimmt alternativ den Baby-Zwacker)
  • Baby-Badewanne und Thermometer für die Wassertemperatur (Tipp fürs Baden: Optimal sind 37 Grad Celsius Wassertemperatur. Euer Baby braucht anfangs kein Duschgel oder Shampoo, stattdessen könnt ihr ein paar Tropfen Babyöl ins Wasser geben, sodass die empfindliche Haut gleich mit einem Schutzfilm belegt wird. Zudem spart ihr euch so Arbeit nach dem Baden, da kein weiteres Eincremen nötig ist.)
  • Babyöl oder -lotion
  • Handtücher mit Kapuze
  • weiche Waschlappen
  • 4-6 Moltontücher (Bei Speikindern eher 6-10.)

Tipp: Viele Babys lieben es, geföhnt zu werden. Probiert es nach dem Wickeln oder Baden aus und pustet vorsichtig aus entsprechender Entfernung die warme Luft auf euer Kleines bzw. dessen Po. Sollte das Baby das mögen, bewahrt den Föhn stets in der Nähe des Wickeltisches auf. =)

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5.) Möbel und Zubehör

Das erste wichtigste Möbelstück ist der Wickeltisch. Dies kann eine schlichte, klappbare Wickelunterlage oder eine kleine Kommode sein, wobei Letzteres eindeutig die bessere Wahl ist. Denn innerhalb einer Kommode können auch gleich Kleidung, Windeln etc. aufbewahrt werden und sind so direkt griffbereit.

Der Wickeltisch sollte über seitliche Erhöhungen verfügen, die das Risiko verkleinern, dass das später sehr viel agilere Baby einfach runterfallen kann.

Grundsätzlich gilt aber: Niemals das Baby unbeaufsichtigt lassen, nicht einmal für eine Sekunde! Für den Wickeltisch wird eine Wickelauflage samt waschbarem Bezug benötigt. Dazu eine Wärmelampe, die in sicherem Abstand an der Wand befestigt wird und ein Mobile, welches das Baby die Zeit beim Wickeln verschönert. (Tipp: Es gibt ganz tolle Mobiles, bei denen kindersichere Einzeltteile mit einem simplen Klick vom Mobile gelöst und den Kindern als Spielzeug in die Hand gedrückt werden können.)

Für die Nächte solltet über ein Beistellbett mit Matratze und Laken nachgedacht werden. Beistellbettchen werden direkt am Bett der Mutter/des Vaters montiert und sind wahnsinnig praktisch. So schläft das Kleine zwar in seinem eigenen Bett, ist aber doch ganz nahe bei den Eltern. Besonders für stillende Mütter ist ein Beistellbett ein Nonplusultra!

Die Alternative ist ein vernünftiges höhenverstellbares Gitterbett, das später einfach zu einem Kinderbett umfunktioniert werden kann. Hier ist ein Matratzenschoner ratsam, Laken werden natürlich ebenfalls gebraucht. Beim Kauf sollte wieder unbedingt auf das TÜV-Siegel geachtet werden. Dasselbe gilt für die Matratze, die zudem atmungsaktiv sein sollte, um das Risiko des plötzlichen Kindstodes weiter zu minimieren.

Zudem ist ein Stubenwagen oder ein Laufstall sehr sinnvoll. Da der Stubenwagen schnell zu klein für das Baby wird, ist ein Laufstall in der Regel die bessere Variante.

Was ich auch sehr toll finde, ist die Babyschale für den Stokke Hochstuhl. Den Hochstuhl braucht ihr bzw. euer Kind sowieso lange. Dank dem Babyaufsatz für den Hochstuhl kann es von Anfang an mit am Tisch sein und in dieser Position auch später bequem und sicher gefüttert werden.

Last but not least darf keinesfalls das Babyphone fehlen! Hier gibt es unzählige Varianten und Marken, von Video- über Atmungsüberwachung bis hin zur einfachen Tonübertragung. Hier sollten die eigenen Wünsche mit einer Fachberatung abgestimmt werden, sodass man die für sich richtige Lösung findet.

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6.) Still- oder Flaschenkind

Die Eltern eines Flaschenkindes sollten nebst sorgfältig mit Kinderarzt oder Hebamme ausgewähltem Milchpulver Folgendes zu Hause haben: 6 Fläschchen aus Glas oder Plastik (Glas enthält keine Schadstoffe), Milchsauger aus Silikon oder Latex in der Größe 1, eine Flaschenbürste und wer mag: Sterilisator und/oder Wasserkocher mit voreinstellbarer Temperatur.

Still-Mamas sollten sich zunächst bei z.B. Rossmann 1-2 günstige Still-BHs kaufen. Und dann kann ich nur empfehlen, ein paar Tage bis nach der Geburt zu warten, denn in der Regel platzt man aus eben diesen BHs schneller heraus als man denkt. Erst dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich z.B. bei H&M 3-4 vernünftige Still-BHs zu kaufen, die dann auch bis zum Ende der Stillzeit getragen werden können.

Zudem lege ich jeder Still-Mama eine Brustwarzensalbe ans Herz. Sie hilft gegen die oft anfänglich auftretenden, teils starken Schmerzen, die bis zur Hornhautbildung anhalten. Die Salbe kann nach jedem Stillen dünn aufgetragen werden und schadet dem Baby nicht. Auch ist es nicht verkehrt, stets Quark im Kühlschrank zu haben. Natürlich nicht zum Essen, sondern für kühlende Umschläge. Anfangs sollte eine stillende Mutter zusätzlich Stilleinlagen zu Hause haben. Und wer mag, der hat von Beginn an eine Handpumpe, Muttermilchbeutel zum Einfrieren und ein Stillkissen parat.

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7.) Was braucht es sonst noch für den Anfang?

Auf den Kauf von diversen Schnullern sollte vor der Geburt verzichtet werden. Es kann nämlich nicht nur sein, dass das Baby gar keinen Schnuller akzeptiert, eventuell muss auch erst mit verschiedenen Exemplaren probiert werden, welcher der richtige für das Kleine ist. Sich von Vornherein mit einer bestimmten Sorte einzudecken, ist daher keine gute Idee.

Wer kurz nach der Geburt auswärts nächtigen möchte, bei dem sollte im Zuge der Erstausstattung ein Reisebett samt vernünftiger Matratze nicht fehlen. (Wir sind nach wie vor große Fans des BabyBjörn Reisebetts.)

Und als letzter Tipp: Kuscheldecken, Laken und Kuscheltiere werden von eurem Baby viel besser akzeptiert und wirken beruhigend, wenn sie nicht nach Waschmittel, sondern nach der Mama oder dem Papa duften. Nehmt sie also ruhig mit in euer Bett und kuschelt selbst eine Nacht mit ihnen, bevor ihr sie eurem Würmchen überlasst.

Aber wisst ihr, was neben all den hier beschriebenen Dingen am allermeisten gebraucht wird? Unendlich viel Liebe!

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In diesem Sinne:

Ich wünsche allen werdenden Müttern eine wundervolle Rest-Schwangerschaft und eine unvergessliche Geburt!

Alles Liebe,

eure Mari =)