Heute möchte ich mich noch mal – gemeinsam mit euch – an meine bisherigen beiden Geburten zurückerinnern.

Aber noch viel wichtiger: Am Ende des Posts habe ich ein paar Fragen an euch und würde mich unwahrscheinlich freuen, wenn sich ganz viele von euch einen Moment Zeit nehmen würden, um diese zu beantworten. =)

***

Aber erst mal vorab: Ich möchte heute nicht in aller Ausführlichkeit von beiden bisherigen Geburten erzählen. Denn das tue ich – in Lillis Fall – ja bereits hier: „Drei Tage Wehen – Lillis natürliche Geburt„. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich die Tage – sofern ich das noch schaffe – einen ganz ausführlichen Geburtsbericht über Lottes Kaiserschnitt niederschreiben werde.

Heute jedenfalls möchte ich nur ein paar Eckdaten rund um die Geburten hervorkramen und euch daher auch fragen, wie die Zeit vor bzw. bis zur Geburt bei euch so verlief.

***

Also, fangen wir mit Lillis Geburt an:

Wie ihr im Post dazu (s.o.) ausführlicher nachlesen könnt, lag ich über drei Monate mit starken vorzeitigen Wehen im Krankenhaus. Durchgehend an der Tokolyse – an der höchsten Wehenhemmerdosis. Dennoch hatte sich mein Gebärmutterhals nie verkürzt und/oder mein Muttermund sich nie vorzeitig geöffnet. Es waren also Wehen da, die sich aber glücklicherweise nicht auswirkten.

An 34+5 SSW kam die Tokolyse ab und ich durfte nach Hause. Da der Wehenhemmer allerdings von höchster Stufe direkt auf Null gesetzt wurde, reagierte mein Körper prompt. Kaum 1-2 Stunden nach „Abkapselung“ bekam ich heftigste Wehen. Die Nacht von 34+5 SSW auf 34+6 SSW schlief ich überhaupt nicht. Ich hatte sehr schmerzvolle Wehen. Ich dachte dennoch, dass es nur der Medikamenten-Entzug sein würde und versuchte tapfer zu bleiben.

Mittags luden wir sogar noch Freunde zum Grillen ein – als Dankeschön, weil die beiden während der schwierigen Zeit im Krankenhaus so viel für uns da gewesen waren. Und im Anschluss spielten wir sogar noch ein paar Runden Karten! Und währenddessen veratmete ich eine Wehe nach der anderen. Ehrlich, ich weiß bis heute nicht, wie ich das ausgehalten habe.

 

vor Lillis Geburt

vor Lillis Geburt 2

 

Irgendwann war mir das Ganze aber nicht mehr geheuer und wir fuhren nachmittags doch zurück ins Krankenhaus.

Die Wehen sind übrigens von 34+5 SSW bis 34+6 SSW komplett gleich geblieben. Die Abstände blieben gleich, ebenso die Intensität. Im Krankenhaus wurde ich sofort ans CTG gehängt. Und natürlich wurden dort auch starke Wehen aufgezeichnet.

Die anschließende Untersuchung ergab: Gebärmutterhals verstrichen, Muttermund 1 cm offen. Dazu die Wehen.

Und das alles innerhalb von 36 Stunden.

Ich musste natürlich stationär bleiben. Aufhalten konnte und wollte man die Geburt nun nicht mehr.

 

Lillis geburt 4

 

Ich wurde zum Laufen herumgeschickt. Ich sollte Treppen steigen. Rauf und runter. Und das während einem der heißesten Sommer der letzten Jahre. Es waren weit über 30 Grad im Schatten und mein Kreislauf nach 3 Monaten Liegerei, einer schlaflosen Nacht und den starken Wehen war gänzlich im Keller. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten.

 

Lillis Geburt 2

 

Irgendwann war der Muttermund dann 4-5 cm offen.

Daraufhin folgte eine weitere schlaflose, sehr schmerzvolle Nacht. Ich bekam viel Schmerzmittel, von dem ich mich mehrfach übergeben musste.

Am nächsten Morgen wurde ich dann in die Wanne geschickt. Danach war  der Muttermund 7-8cm offen, die Wehen waren immer noch genauso intensiv und in gleichen Abständen wir zuvor. Von da an konnte ich nichts mehr bei mir behalten, musste mich ständig übergeben. Selbst Leitungswasser kam direkt wieder raus.

Und als ich schließlich nach über 60 Stunden Eröffnungswehen am Ende mit den Kräften war, wurde mir eine PDA angehängt und ein zusätzlicher Wehentropf. Nach 3 Tagen Wehen und der monatelangen  beschwerlichen Zeit davor wollte man mich nun schnellstmöglich erlösen.

 

Lillis Geburt 3

Lillis Geburt

 

Die PDA wirkte überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich bekam immer stärkere Schmerzen. Und dann setzten auch schon die Presswehen ein.

Micha, der zuvor noch kurz nach Hause gefahren war, um unsere Katzen zu versorgen, kam gerade rechtzeitig zurück in den Kreißsaal. Nur zwanzig Minuten später war Lilli schließlich da. Als Sternenguckerin, 42cm und 2500g an 35+0 SSW. Mit Dammschnitt und diversen Scheidenrissen, aber gesund, wenn auch etwas schwach.

 

Lillis geburt 5

***

Bei Lottes Geburt war alles weniger kompliziert.

Dass ich in der Schwangerschaft noch wesentlich länger lag – allerdings zu Hause mit der Höchstdosis Adalat – wisst ihr ja bereits. Wie gesagt, vom Kaiserschnitt werde ich euch auf jeden Fall noch mal ausführlicher erzählen.

Jedenfalls weiß ich noch, dass der Winter 2012 einer der kältesten und längsten Winter der letzten Jahre war. Es schneite und fror täglich, riesige Eisschollen trieben auf dem Meer. Es war wirklich wahnsinnig kalt und eisig.

 

vor Lottes geburt 2

vor Lottes geburt

 

Da wir den Termin für den Kaiserschnitt kannten, waren wir ganz gut vorbereitet.

Bis zu dem besagten Tag lag ich allerdings auch die meiste Zeit, da ich (mal wieder) starke Wehen hatte. Neben dem medizinischen Grund für den Kaiserschnitt waren daher auch die regelmäßigen Wehen ein Grund für eben diesen. Länger als bis 38+0 wollte niemand warten, weil ich körperlich völlig ausgelaugt war.

 

vor Lottes geburt 3

 

Dennoch bescherten wir Lilli einen Tag vor dem Termin einen letzten wunderschönen Tag als Einzelkind.

Wir fuhren mit ihr in einen Indoorspielpark, wo Micha stundenlang mit ihr tobte. Wir spielten und spaßten ganz viel mit ihr herum und genossen die letzten Stunden in vollen Zügen.

 

vor Lottes Geburt 4

 

Am besagten Tag ging es dann am frühen Morgen ins Krankenhaus.

Dort mussten wir noch etwa 1,5 Stunden warten, bis es schließlich in den OP ging.

 

Lottes geburt

 

Und schwupps: Nur wenig später erblickte Lotte mit 2950g und 50cm das Licht der Welt. <3

Bis zu Lottes Geburt hatte sich mein Gebärmutterhals bereits sehr verkürzt. Er stand nur noch wenige Millimeter, der Muttermund hatte sich ebenfalls längst geöffnet.

***

Während beider Schwangerschaften lernte ich nur die starken vorzeitigen Wehen kennen. Einmal von der 18. SSW an, einmal von der 12. SSW an. Da ich monatelang sehr hoch dosiert Wehenhemmer bekam (und trotzdem ständig Wehen hatte), weiß ich nicht, wann meine Wehen vielleicht auch ganz normale Übungs- oder Senkwehen waren oder ob diese Art Wehen gar nicht bei mir eintrafen.

Deshalb ist in der aktuellen Schwangerschaft – obwohl es bereits meine dritte ist – so viel neu für mich.

Zum ersten Mal habe ich eine Schwangerschaft gänzlich ohne Medikamente geschafft. Und zum ersten Mal lernte ich verschiedene Wehenformen kennen. Mittlerweile – und das weiß ich seit Montag – ist mein Gebärmutterhals bei ca. 2,5cm, mein Muttermund aber bereits 2 cm offen. Ich habe viel dazu gelesen und gehört und weiß, dass das gar nichts bedeuten muss. … Wie man ja auch sieht, denn ich sitze ja noch hier und schreibe. Das ist schon komisch, denn bei Lilli ging ja damals plötzlich alles ratzfatz. Dennoch bin ich etwas verunsichert und frage mich nun: Wie lange wird es noch dauern?

Auf dem nächsten Bild seht ihr mein CTG vom Montag (35+2 SSW).

Und so sieht es momentan eigentlich immer aus und genauso fühle ich die Wehen auch durchgehend. Es ist wirklich anstrengend. Vielleicht bin ich wehenmäßig mittlerweile auch etwas abgestumpft? Zumindest hoffe ich, dass ich die Wehen nicht auch dann noch einfach so hinnehme, wenn es dann plötzlich wirklich losgeht. Zumal so eine dritte Geburt ja viel schneller verlaufen kann. Oh Mann …

Ich hoffe, dass ich am Donnerstag im Krankenhaus noch eimal erneut untersucht werde. Vielleicht sieht man dann ja schon eine Tendenz, was diese Wehen mittlerweile bewirken (oder auch nicht).

 

CTG 35+2 SSW

 

Und daher nun meine Fragen an euch:

Hattet ihr Senk- und/oder Übungswehen? Wenn ja, wie habt ihr diese wahrgenommen? Wie war euer Verlauf vor der Geburt? Wann hatte sich euer Gebärmutterhals verkürzt bzw. wann war er gänzlich verstrichen? Wann öffnete sich euer Muttermund und von welchem Stand an dauerte es noch wie lange?

Ich bin wirklich sehr, sehr neugierig und freue mich sehr auf zahlreiche Antworten!

Ganz besonders interessieren mich natürlich die Erfahrungswerte der Mehrfachmamis.

Alles Liebe, eure Mari =)