Als Dreifachmama war ich mittlerweile bei diversen Vorsorgeuntersuchungen mit Lilli, Lotte und Tom. Und ich bin sehr glücklich, dass sich die drei seit jeher gesund entwickeln. In keiner Hinsicht gibt es Auffälligkeiten. Das Sprechen von Tom mal außen vor gelassen, denn er ist ein sogenannter „Late Talker“. Aber das war Micha als Kind auch und heute spricht er völlig normal. Auch bei Tom wird es von Woche zu Woche und Monat zu Monat besser.

Doch grundsätzlich sind Lilli, Lotte und Tom gesund. Sie sind nicht krank, wiegen weder zu viel noch zu wenig, sind weder zu klein noch zu groß.

Doch was bedeutet eigentlich „zu klein“ und „zu groß“? Ab wann spricht man beim Wachstum von Auffälligkeiten? Mit diesem Thema habe ich mich schon einmal befasst. Vielleicht erinnert ihr euch? Und es stieß damals auf eine große Resonanz, weil es ein sehr wichtiges Thema ist.

Die Vorsorgeuntersuchungen bieten erste Anhaltspunkte, um eventuelle Auffälligkeiten beim kindlichen Wachstum festzustellen. Allerdings sollte dabei niemals vergessen werden, dass jedes Kind individuell ist und in seinem eigenen Tempo wächst. Daher gilt: Kein Elternpaar muss in Panik geraten, wenn das eigene Kind schneller oder langsamer wächst als seine Altersgenossen im (engen) Umfeld. Doch woran erkennen Eltern, wann wirklich eine mögliche Wachstumsstörung vorliegt? Auf genau diese Frage möchte ich in diesem Post eingehen.

In Zusammenarbeit mit der Website www.demLebengewachsen.de gehe ich noch einmal näher auf das kindliche Wachstum ein, möchte euch außerdem die Angst vor einer möglichen Wachstumsstörung nehmen und euch darauf aufmerksam machen, dass ein Gang mehr zum Arzt immer besser ist als einer zu wenig. Doch das gilt nicht nur, was das kindliche Wachstum betrifft, sondern in allen Bereichen. Wenn ihr euch bei der Entwicklung eures Kindes unsicher seid oder euch Sorgen macht, geht unbedingt zum Arzt und holt euch eine professionelle Meinung ein! Das ist vollkommen in Ordnung und sollte euch niemals unangenehm sein!

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Jedes Kind ist individuell – seine Größe ist es auch

Ich bin mir sicher, fast jeder von uns kennt das Phänomen, dass man ein Gruppenfoto aus dem Kindergarten oder der Schule sieht und einem dabei sofort auffällt, wie unterschiedlich klein oder groß die Kinder sind, obwohl sie allesamt im (fast) gleichen Alter sind. Das ist auch in Lillis und Lottes Schulklassen und in Toms Kindergartengruppe so.

Manche Kinder sind einen Kopf kleiner als Lilli, manche einen Kopf größer. Gleiches gilt für Lotte und Tom. Die Körpergröße ist von Kind zu Kind völlig unterschiedlich!

Das liegt vor allem daran, dass die individuelle Körpergröße genetisch festgelegt ist. Zumindest tendenziell. Aus diesem Grund spielt bei der genetischen Zielgröße eines Kindes auch die Körpergröße der Eltern eine entscheidende Rolle. Doch unabhängig davon wachsen Kinder in einem unterschiedlichen Tempo.

Im Bekanntenkreis kenne ich Erwachsene, die als Kinder lange auffällig klein waren, später dann aber einen enormen Schub gemacht haben. Und auch umgekehrt: Ich kenne Erwachsene, die früh ziemlich groß waren, bei denen das Wachstum dann aber wesentlich früher stagniert hat. Der Mensch ist eben keine Maschine, sondern ein Individuum. Das sollten wir bei diesem Thema nie vergessen!

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Von Vorsorgeuntersuchungen und Wachstumskurven

Jeder von euch kennt das gelbe U-Heft, auf dessen hintersten Seiten sich die sogenannten Perzentilkurven befinden. Meist wird auf diesen Seiten auch die Körpergröße der Eltern notiert. Auf den Perzentilkurven selbst wird bei jeder Untersuchung eingetragen, wie groß und schwer das Kind ist. Dadurch entsteht ein Wachstumsverlauf. Dank diesen Eintragungen und der Beobachtung des Verlaufs können mögliche Abweichungen rechtzeitig erkannt werden.

Jedes Kind sollte möglichst auf seiner Perzentilkurve wachsen. Weicht das Wachstum eines Kindes von der berechneten Perzentile ab, sollte das zunächst im Auge behalten werden und bei weiterem Verlauf geprüft werden. Damit ist keine einmalige Abweichung gemeint, sondern eine auffallende über einen längeren Zeitraum. In diesem Fall sollte die Ursache geklärt werden, um rechtzeitig herauszufinden, warum sich das Wachstum verändert.

Wird eine Wachstumsstörung festgestellt, informiert der Kinderarzt die Eltern darüber und leitet sie zu einem Kinderendokrinologen (Facharzt für Wachstumsstörungen) weiter. Sollte der Kinderarzt trotz möglicher Abweichungen entspannt sein, sich die Eltern aber dennoch sorgen, steht es ihnen natürlich jederzeit zu, das Thema selbst anzusprechen und sich bei einem Kinderendokrinologen professionellen Rat einzuholen oder sich nach möglichen Untersuchungen zu erkundigen.

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Eine Wachstumsstörung erkennen

Wie ich bereits oben schrieb, wird das kindliche Wachstum dank den verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrolliert. Sollte es Auffälligkeiten beim Wachstum geben, wird der Kinderarzt die Eltern darüber in Kenntnis setzen. Doch meistens fällt die mögliche Wachstumsstörung den Eltern selbst auf, wenn sie die Körpergröße ihres Kindes mit der von gleichaltrigen vergleichen. In diesem Zusammenhang steht den betroffenen Eltern natürlich frei, sich unabhängig von den Vorsorgeuntersuchungen Rat beim Kinderarzt einzuholen.

Wichtig ist, dass eine mögliche Wachstumsstörung frühestmöglich erkannt wird, damit sie im Fall der Fälle rechtzeitig behandelt werden kann, denn nicht jedes Kind holt das „verlorene“ Wachstum von allein wieder ein.

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Mögliche Ursachen einer Wachstumsstörung

Es gibt viele möglichen Ursachen für ein verzögertes Wachstum. Deshalb ist es wichtig, das Thema ernst zu nehmen und die Wachstumsstörung rechtzeitig zu erkennen.

Mögliche Ursachen können sein:

  • vorgeburtliche Umwelteinflüsse
  • genetische Erkrankungen
  • Mangelernährung oder Zöliakie
  • bestimmte Medikamente
  • psychischer Druck
  • Hormonstörungen

Worin die Wachstumsstörung im individuellen Fall begründet ist, hängt daher von vielen Faktoren ab und muss mit dem Kinderarzt und/oder dem Kinderendokrinologen besprochen werden.

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Wachstumsstörung: Psychischer Ballast für Kinder

Eine Wachstumsstörung sollte allein aus medizinischer Sicht abgeklärt werden. Doch auch unabhängig davon, ist es wichtig, herauszufinden, warum das individuelle Wachstum gestört oder verzögert ist. Nicht zuletzt deshalb, weil Kinder sehr darunter leiden können. Dann werden sie in der Schule gehänselt oder stets für jünger gehalten als sie es sind. Sie erreichen bestimmte Regale oder Turngeräte schlechter als andere Kinder, dürfen Attraktionen in Freizeitparks nicht fahren, obwohl sie alt genug dafür sind und lediglich ein paar Zentimeter fehlen, finden keine altersgemäße Kleidung, die gut sitzt, … u.v.m.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder seelisch stützen, sie auffangen und stärken. Denn wir alle wissen: Wahre Größe kommt von innen!

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Jedes Kind ist individuell und damit perfekt so, wie es ist. Lasst euer Kind deshalb im Alltag möglichst nicht spüren, dass es zu klein oder zu groß ist – ganz gleich ob im „Hintergrund“ entsprechende Untersuchungen laufen, mit denen die Ursachen herausgefunden werden sollen. Und erinnert auch eure Freunde und eure Familie daran, die Körpergröße eures Kindes nicht jedes Mal zu thematisieren. Denn das würden wir selbst doch auch nicht wollen, oder?

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Vergesst daher nicht: Jedes Kind ist individuell und damit auch seine Körpergröße!

Dennoch gilt: Solltet ihr euch Sorgen bezüglich des Wachstums eures Kindes machen, scheut euch nicht davor, euch zu informieren und euch professionellen Rat einzuholen!

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr auf www.demLebengewachsen.de.

Und nun seid ihr dran: Habt ihr in eurer Familie oder eurem Bekanntenkreis persönliche Erfahrungen mit diesem Thema? Falls ja: Wie wurde die Wachstumsstörung beim betroffenen Kind erkannt? Wurde sie behandelt oder hat sich das Wachstum lediglich verzögert?

Ich bin sehr gespannt auf eure Erzählungen und freue mich auf eure Kommentare!

Bedenkt dabei bitte, dass eure Erfahrungen auch jenen Eltern helfen, die künftig auf diesen Artikel stoßen werden. Vielen Dank! =)

Alles Liebe,

eure Mari