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Kennt ihr den Spruch „Jedes Kind kostet der Mutter einen Zahn.„?

Dieser Satz kommt nicht von irgendwo, denn es steckt(e) eine Menge Wahres dran. Früher wurden werdende Mütter nicht so aufgeklärt wie heute. Heutzutage können sich Frauen informieren, erhalten viele interessante Infobroschüren und können dementsprechend vorsorgen, damit sich die alte „Weisheit“ nicht bewahrheitet.

Ich selbst kann ein Lied davon singen. In meiner ersten Schwangerschaft mit Lilli hatte ich so viele Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch wie nie zuvor! Und da ich während dieser Schwangerschaft drei Monate im Krankenhaus lag, bekam ich dort regelmäßigen Besuch aus der Zahnklinik. Ich gebe aber auch zu, dass ich mich damals noch nicht so sehr informiert habe wie heute. Wie das eben so ist… Man lernt stets dazu. Und damit euch nicht das Gleiche passiert, habe ich mir den heutigen Blogpost überlegt. Ich möchte euch – mit Unterstützung von TePe – erzählen, was während einer Schwangerschaft im Mund passiert.

Was verändert sich? Und warum? Was muss während der Schwangerschaft in Bezug auf die Mundhygiene besonders beachtet werden?

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Fangen wir mal ganz am Anfang an:

Eine Schwangerschaft ist etwas Wunderbares! Natürlich fordert sie den Körper und so manches Mal auch die Psyche, aber das sollte einem schon vorher bewusst sein. Außerdem verläuft jede Schwangerschaft anders. Während einige werdende Mütter bis zur Geburt Sport treiben und sich unbefangen durch den Alltag schlagen können, haben andere mit diversen Problemen zu kämpfen. Nichts von alledem ist vorhersehbar.

Aber gehen wir mal von einer ganz „normalen“ Schwangerschaft aus: Was passiert da im Körper? Und was wirkt sich dabei auf den Mund aus?

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Wir alle kennen das Hormonchaos, das so eine Schwangerschaft in uns Frauen ausübt. Wir sind müder, gereizter, kämpfen zwischen Freudentränen, Sorgen, Lachanfällen und Kummer. Wir haben Heißhunger auf etwas, das wir im nächsten Moment nicht mehr sehen und riechen können. Unsere Haare verändern sich, unsere Haut verändert sich, unsere Fingernägel verändern sich.

Alles verändert sich.

Ja, die Hormonumstellung betrifft den ganzen Körper. Und damit auch den Mundraum. Plötzlich neigt man vermehrt oder zum ersten Mal zu Zahnfleischbluten, weil das Zahnfleisch wesentlich empfindlicher ist als sonst. Das liegt übrigens daran, dass das Zahnfleisch während der Schwangerschaft besser durchlutet wird. Damit einhergehend wird allerdings auch die Gewebestruktur durchlässiger, wodurch Bakterien aus Zahnbelägen leichter ins Zahnfleisch eindringen können. Und auch der Speichel verändert sich während einer Schwangerschaft.

Kurzum: Die Veränderungen von Zahnfleisch und Speichel erhöhen während einer Schwangerschaft das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Karies.

Wie ich bereits oben schrieb, habe ich in meiner ersten Schwangerschaft ausreichend Erfahrungen damit sammeln können. Ständig entzündete sich etwas in meinem Mund. Meist das Zahnfleisch rund um meine Weisheitszähne. Das Ganze war teilweise sehr schmerzvoll und die Behandlungen nicht gerade angenehm. Für die nachfolgenden Schwangerschaften war ich besser vorbereitet! Ich nutzte spezielle Mundspülungen und pflegte sowohl die Zähne als auch die Zahnzwischenräume noch intensiver als sonst.

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Bei der Pflege der Zähne während der Schwangerschaft gibt es eigentlich nur ein paar kleine Punkte zu beachten. Alles Dinge, die sich wunderbar in das morgendliche und abendliche Badezimmeritual integrieren lassen. Und davon ganz ab: Die nachfolgenden Tipps gelten zwar insbesondere für werdende Mütter, aber einige Hinweise sind auch bedeutend für die alltägliche Zahnpflege außerhalb einer Schwangerschaft.

1.) Zähne putzen: Bedingt durch das empfindliche Zahnfleisch sollten die Zähne während der Schwangerschaft besonders sanft geputzt werden. Hierfür eignen sich Zahnbürsten mit weichen, flexiblen Borsten besonders gut. Wer eine elektrische Zahnbürste verwendet, sollte – wenn möglich – den Sensitiv-Modus einstellen.

2.) Mundpflege nach dem Übergeben: Es ist kein Geheimnis, dass uns Frauen während der Schwangerschaft zeitweise ziemlich schlecht werden kann. Vor allem während der ersten Wochen. Nach dem Übergeben sollten man aber unbedingt darauf achten, den Mund anschließend nur gründlich auszuspülen und mit dem Zähneputzen etwa eine Stunde zu warten. Denn die Magensäure greift den Zahnschmelz an, weshalb zusätzliches Putzen die Zähne sehr schädigen kann.

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3.) Interdentalbürsten: Natürlich müssen nicht nur die Zähne, sondern auch die Zahnzwischenräume gepflegt und gereinigt werden. Denn dort lagern sich viele – auf den ersten Blick nicht sichtbare – Essensreste an. Für die Pflege der Zahnzwischenräume gibt es spezielle Interdentalbürsten in unterschiedlichen Größen. Diese werden vorsichtig zwischen die Zähne geführt und dort vor- und zurückbewegt. Das Ganze ist etwas einfacher zu händeln als Zahnseide. Die Interdentalbürsten sollten bestenfalls täglich zum Einsatz kommen und gewechselt werden, sobald die Borsten abgenutzt sind.

4.) Speichelfluss anregen: Wie ich bereits oben schrieb, verändert sich während der Schwangerschaft auch die Zusammensetzung des Speichels und damit einhergehend der Speichelfluss. Um die Speichelproduktion anzuregen sollten werdende Mütter viel Wasser trinken und beim Essen intensiv kauen.

5.) Termin beim Zahnarzt: Mit der Vorsorge kann bereits während der Kinderwunschphase begonnen werde, indem frühstmöglich eine zahnärztliche Behandlung durchgeführt wird. Auf diese Weise können die Zähne und das Zahnfleisch schon vor Beginn der Schwangerschaft gründlich gecheckt werden. Das spart während der Schwangerschaft Zeit, Nerven und Schmerzen.

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In der Schwangerschaft sollten Frauen ganz besonders auf ihren Körper achten. Das gilt sowohl psychisch als auch physisch. Und gerade die Zähne werden bei alledem viel zu schnell vergessen, dabei sind sie so wichtig, weil sie bestenfalls ein Leben lang halten sollen.

Je mehr man vorsorgt, umso weniger kann schiefgehen, sodass man seinen Nachwuchs am Ende dieser aufregenden Zeit sorglos, voller Liebe und ohne Zahnverlust, wie es der obige Spruch besagt, in Empfang nehmen kann.

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Ich hoffe, ihr freut euch über diese Tipps! Wer noch mehr zum Thema Zahnpflege lesen möchte – und zwar in allen Lebenslagen – kann das hier tun.

Vielleicht habt ihr ja Lust von euren Schwangerschaften zu erzählen? Woran habt ihr die Hormonumstellung am meisten gemerkt? Hattet ihr auch Probleme am Zahnfleisch oder an den Zähnen? Was hat sich während eurer Schwangerschaft für eine gewisse Zeit zum Positiven, was zum Negativen verändert?

Jetzt bin ich aber neugierig!

Da ich drei Schwangerschaften hinter mir habe, die allesamt zwar grundlegend ähnlich, aber im Detail doch sehr unterschiedlich verliefen, könnte ich nun eine Menge erzählen. Zum Beispiel, wie übel mir teilweise wurde, wie sehr sich meine Haut verändert hat (… bei Lilli bekam ich ganz viele Pickel, bei Tom die reinste Haut, die ich je hatte!), wie ich manchmal im Stehen einschlafen konnte, während ich die Nächte zum Tag machte u.v.m. Aber ich lasse euch den Vortritt und bin gespannt!

Alles Liebe,

eure Mari =)