Anlass der Spendenaktion

Ende Februar ist der Mann meiner Schwester und Vater von Leana (6) und Lennox (3) im Alter von 36 Jahren gestorben, nachdem er ein Jahr zuvor einen Hirntumor diagnostiziert bekam.

Danke!

Die Spendenaktion ist mittlerweile beendet und wir möchten uns bei allen Spendern nochmals herzlich bedanken! Durch die Spenden und den Flohmarkt sind (nach Abzug der Versandkosten für 140 Pakete) 8362,60 € zusammen gekommen, davon wurden 1672,52 € an die beiden gemeinnützigen Institutionen gezahlt (die Spendenquittungen findet ihr weiter unten).

Marlena möchte auf diesem Wege auch nochmal mit ein paar persönlichen Worten bedanken – nicht nur für die Geldzuwendungen, sondern auch für die vielen persönlichen Nachrichten und Hilfsangebote:

Wir möchten uns aus tiefstem Herzen für Eure Anteilnahme, Unterstützung und tröstenden Worte bedanken.
Es ist unglaublich rührend, dass es so viele liebe Menschen gibt, die einem besonders in solchen Momenten Kraft geben.
Eure Spenden haben uns in der akuten Situation sehr geholfen, sodass wir trotz des schlimmen Schicksals eine Sorge weniger für unsere gemeinsame Zukunft haben. Wir konnten von den Spendengeldern nicht nur die Beerdigung bezahlen, sondern auch die Kosten, die während der Krankheit im letzten Jahr durch Arbeitsausfall und Behandlungen angefallen sind. Außerdem konnten wir damit das Hospiz Kieler Förde sowie den Verein Klee unterstützen, die uns mit großem Engagement in der schweren Zeit stets zur Seite gestanden haben.‘
Vielen Dank! Marlena Schneider

 

Wofür sind die Spenden gedacht?

Zum einen kostet eine Beerdigung mehrere tausend Euro. Hinzukommt, dass meine Schwester bedingt durch die Krankheit ihres Mannes eine lange Zeit nicht mehr voll arbeiten konnte. Ganz abgesehen von ihrem Mann selbst. Dadurch fehlten – trotz Kenntnis über die Krankheit – die Möglichkeiten, Geld für eine Beerdigung und weitere Kosten, die nun auf sie zukommen, zurückzulegen.

Aus diesem Grund hat meine Schwester mein Hilfeangebot angenommen. Gleichzeitig war es ihr wichtig, die Spenden aufzuteilen. Sie sagte nur, dass sie sich wünscht, dass auch das Kieler Hospiz und das Projekt Klee einen Teil bekommen. Mittlerweile haben wir 20 % des gespendeten Geldes zu gleichen Teilen an das Kieler Hospiz und das Projekt Klee verteilt.

Spendenquittungen

Mehr über das Hospiz Kiel: https://www.hospiz-kiel.de/

Mehr über das Projekt Klee: https://www.hospiz-initiative-kiel.de/klee%2001.htm

 

 

Warum habt ihr kein offizielles Spendenkonto eröffnet?

In erster Linie wollten wir möglichst schnell etwas tun – als Schwester für eine Schwester. Vermutlich habe ich keinen klaren Kopf gehabt und mir zu wenige Gedanken gemacht, strategisch sinnvoller zu handeln. Das gebe ich an dieser Stelle zu. Gern können wir offiziell einen Einblick auf die Spenden gewähren (Namen schwärzen wir) oder unabhängig davon Außenstehende am Ende einen Blick in das Konto werfen lassen. Vielleicht habt ihr Ideen dazu? Selbstverständlich ist uns Transparenz wichtig, sodass wir später auf jeden Fall offen legen möchten, wie viel Geld zum Ende eingegangen sein wird.

 

Wieso habt ihr nicht das Spendenkonto des Bestattungsinstituts angegeben?

Die Spenden auf dem Konto des Bestattungsinstituts sind als Anlage für die Zukunft beider Kinder gedacht. Unsere Spendenaktion hingegen richtet sich an das Jetzt und ist für Marlena (und Jan) gedacht.

Spenden für die Zukunft von Leana und Lenny bitte direkt auf das Spendenkonto des Bestattungsinstituts Dall, IBAN: DE41 2105 0170 1400 0502 80 mit dem Kennwort „Jan Schneider“ überweisen.

 

Was meinst du mit „Rücklagen“?

Das Wort nannte ich – wenn ich mich recht entsinne – in den IG-Stories. Viel mehr war damit gemeint, dass neben den aktuellen Kosten für alles rund um die Beerdigung finanziell aufzuholen gilt, was verloren gegangen ist während der Zeit der Krankheit. Hinzukommt, dass es Zeit braucht, solch eine Trauer zu verarbeiten. Damit nicht noch finanzielle Sorgen hinzukommen, möchten wir meiner Schwester auf diese Weise diese Last nehmen.

 

Warum helft ihr nicht selbst mehr, als dass ihr um Hilfe von außen bittet?

Wir helfen selbst sehr viel mit Zeit, Halt, unserem Dasein. Wir bieten an, die Kinder zu nehmen, nehmen sie mit ins Kino, lenken sie ab, bieten ihnen auch an, sie mit in den Urlaub zu nehmen – alle zusammen oder nur die Kinder. Wir helfen mit Sachspenden und natürlich auch finanziell. Wir haben knapp 6.500 € an Marlenas Familie gespendet, dennoch deckt das nur einen gewissen Teil der Kosten und man kann gemeinsam noch mehr erreichen. Darum der Spendenaufruf.

 

Warum helft ihr nicht anderen, die in einer ähnlichen Situation sind?

In den vergangenen 6 Jahren haben wir mithilfe unserer Reichweite auf dem Blog 10 Spendenaktionen organisiert und konnten damit mehreren tausend Familien und vielen Insitutionen helfen. Uns erreichen aber auch mehrmals in der Woche E-Mails zu persönlichen Schicksalen mit der Bitte um Unterstützung. Leider sind wir nicht dazu in der Lage, diese Menge an Einzelschicksalen zu unterstützen. Weder unsere private finanzielle Situation, noch unsere Community würde wöchentliche Spendenaufrufe bewältigen können. Wir haben uns daher für die regelmäßigen großen Spendenaktionen entschieden, da wir wissen, dass wir mit unserer Reichweite und unseren Firmenkontakten viel erreichen können.

Wir haben jedoch immer ein offenes Ohr für eure Schicksale und versuchen zu unterstützen, wo wir unterstützen können.

 

Persönliche Fragen

Du hattest keinen Kontakt zu deiner Familie. Wie kommt es plötzlich?

Das Leben geht manchmal seltsame Wege und schreibt seine eigenen Geschichten. Meine  Schwester und Eltern traf ich vor gut einem Jahr zufällig. Es wurde allerdings direkt emotional, als ich von der Diagnose des Mannes meiner Schwester erfuhr. Daraufhin versuchte ich, den Kontakt wieder aufzubauen und bat mehrfach und auch sehr offensiv Hilfe an. Meine Schwester schlug diese allerdings aus und so glaubte ich, sie wolle den Kontakt nicht. Das wiederum traf mich und ließ mich meine emotionale Mauer in Bezug auf die Familie noch höher bauen als zuvor. Also lebte ich mein Leben weiter und versuchte, nicht wieder in ein Loch zu fallen, das ich nur allzu gut aus früheren Zeiten kannte.

Im Nachhinein stellte sich allerdings vieles als Missverständnis und emotionale Überforderung heraus. Aneinander dachten wir viel, aber niemand wagte es, über die Mauer dazwischen zu blicken.

Als ihr Mann starb, hatte ich dann aber genug Kraft. Ich warf die Mauer um und wusste, ich WILL da sein – ganz egal, was das auch heißen mag. Und so kam es schließlich auch. Nun sind wir dankbar dafür und froh darum. Wir blicken nicht mehr zurück, sondern gemeinsam nach vorn. Egal was auch war, zählt nun das Jetzt und Morgen.

Gleiches gilt für meine Eltern. Es ist egal, was mal war. Keiner von uns schaut zurück. Wir hatten alle unsere Mauern und es fiel uns allen gleichermaßen schwer, diese zu brechen. Der Anlass, warum  uns dies nun gelungen ist, ist kein schöner. Es ist traurig und schmerzvoll. Aber es ist ein Weg. Und wenn Marlenas Mann von oben herabschaut, wird er dankbar dafür sein, denn diese Wiederzusammenführung wäre in seinem Sinne gewesen. So Marlena.

 

Warum gibst du Details zu diesem Schicksal preis und trauerst nicht im Stillen?

Wir haben uns gemeinsam für den öffentlichen Spendenaufruf entschieden. Mit Marlenas Einverständnis. Dazu gehört auch, zu erzählen, was passiert ist. Unabhängig davon teile ich auf dem Blog unser Leben. Ganz gleich ob Schwangerschaften, Geburten oder Krankheiten. Emotionales gehört dazu. Marlena ist dankbar für jede Hilfe und Unterstützung und sie liest alles, was ich schreibe. Und sie sieht alles, was ich erzähle. Nichts von alledem tue ich ohne ihr Wissen oder Einverständnis.

 

Wie stellst du dir nach alledem eure bevorstehende Seychellen-Reise vor?

Auch über unsere Seychellen-Reise sprach ich mit meiner Schwester. Lange und ausgiebig. Freunde, die mit uns dorthin reisen, wissen, dass wir diese fast abgesagt hätten und noch immer hadern. Nicht zuletzt deshalb, dass auch wir uns aktuell nicht vorstellen können, diese Reise mit positiven Emotionen zu verbinden. Doch meiner Schwester war es sehr wichtig, dass wir diese Reise antreten, unsere Pläne verfolgen und es uns dort unbedingt gutgehen lassen. Sie sagte, niemand würde wollen, dass man so etwas Schönes aufgibt. Weder sie noch ihr Mann. Im Gegenteil. Sie freut sich mit uns. Wir würden sie sogar mitnehmen und haben ihr mehrere Optionen angeboten. Sowohl für diese Reise als auch für andere Reisen. Doch vorerst fängt sie wieder an zu arbeiten und hat deshalb auch zeitliche Einschränkungen. Gemeinsame Reisen werden wir nachholen.

 

Das alles kommt sehr unglaubwürdig rüber. Warum solltest du plötzlich emotional aufgebracht sein, wenn ihr vorher jahrelang keinen Kontakt hattet?

Es ist nie leicht, familiären Kontakt zu verlieren oder zu meiden. Man entscheidet sich allerdings bewusst dafür – meist aus Selbstschutz. So ging es uns allen. Doch es ist viel Zeit vergangen und irgendwann ist all das, was war, nicht mehr wichtig. Auch wenn man es vorher nicht wahrhaben wollte, weil man glaubte, was vorbei ist, kann nie mehr werden. Ebenfalls aus Selbstschutz. Doch wenn man dann – wie ich bereits oben schrieb – gemeinsam alle Mauern dazwischen zum Fall bringt, sich wiedersieht und gemeinsam nach vorn blickt, dann ist das etwas Wunderbares. Niemand ist böse oder nachtragend. Im Gegenteil. Heute sind wir dankbar dafür, wieder zueinander gefunden zu haben. Dennoch ist das Wiedersehen etwas, was verarbeitet werden muss. Ganz klar als etwas Schönes, aber es muss trotzdem emotional verarbeitet werden. Dazu die Trauer und noch so viel mehr. All das ist belastend und aufwirbelnd, … eben eine Achterbahn der Gefühle.

 

Warum postest du in so einer Zeit weiter Werbung?

Der Blog wird mittlerweile nach einem festen Redaktionsplan geführt. Es gibt Termine, die eingehalten werden müssen. Verschiebt sich einer, verschieben sich alle. Das funktioniert allerdings nicht, denn es hängen oft viele Parteien drin. Aus diesem  Grund arbeiten wir genauso weiter wie alle anderen Angehörigen auch. Das hat nichts mit fehlendem Respekt zu tun. Wie ich bereits auf Instagram sagte, entschuldige ich mich dennoch, dass es aus diesem Anlass aktuell eben nur die Werbeposts gibt, denn Persönliches  fällt uns – außerhalb dessen, was uns gerade beschäftigt – tatsächlich sehr schwer.

 

Warum blockiert ihr Personen und löscht Kommentare?

Als Blogger mit einer großen Community ist es nicht leicht, allen Followern das zu bieten, was sie gerne hätten. Dadurch bleiben natürlich auch kritische Kommentare nicht aus, was jedoch für bekannte Blogger in der Öffentlichkeit dazugehört. Im vergangenen halben Jahr gab es jedoch verletzende und angreifende Kommentare, woraufhin wir angefangen haben, diese Kommentare zu entfernen und die Personen dahinter zu blockieren. Dadurch bedingt wurden leider auch einige Personen blockiert, die wir früher nicht blockiert hätten. Das ist natürlich der falsche Weg. Wir haben viel darüber nachgedacht und uns vorgenommen, das künftig zu ändern – denn auf diese Weise lassen sich Meinungsverschiedenheiten viel besser klären und auch Kritik lässt sich besser annehmen.

Allerdings werden wir Kommentare, die persönlich verletzende Aussagen, Hetze oder unsachliche Diffamierungen enthalten, weiterhin entfernen. Denn im Gegensatz zu z.B. Online-Magazinen stecken hinter den Accounts von Influencern immer Menschen mit Gefühlen.

Sollten wir jemanden Unrecht getan haben, schickt uns bitte eine Mail an info@babykindundmeer.de – dann können wir die Sache persönlich klären.

Und bitte vergesst nicht, dass Instagram selbst auch Spam-Filter einsetzt, von denen niemand so wirklich genau weiß, wie sie funktionieren. Es kann also sein, dass ein Kommentar für euch selbst sichtbar ist, aber für andere ausgeblendet wird – oder dass der Kommentar gar nicht erst abgeschickt werden kann.