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Es gibt Momente, da wünscht man sich einen guten Freund. Vor allem dann, wenn man noch ein Kind ist und entweder keinen Anschluss findet, den Anschluss verloren hat oder sich unwohl und einsam fühlt, weil es um einen herum nicht ganz so rund läuft. Manchmal sind das familiäre Probleme, die Kinder belasten, manchmal sind es die Klassenkameraden, die dem Kind das Leben nicht leicht machen. Und ich weiß, wovon ich spreche. So gab es da damals die “Neue”, die in unsere Klasse kam, und es nicht leicht hatte. Es gab da aber auch den verhaltensauffälligen Jungen, der überall aneckte. Und es gab die zu Klugen oder die zu Schönen, die Langweiler und die Besserwisser. Und so entstanden immer wieder aufs Neue Grüppchen und Außenseiter.

Ich war – inklusive Grundschule – an vier verschiedenen Schulen und weiß daher, dass es überall das Gleiche ist. Die gleichen Probleme. Die gleichen (sinnlosen) “Gründe”. Ich selbst wurde ausgegrenzt, als ich das erste Gymnasium besuchte. Gründe gab es nicht, Entschuldigungen bis heute nicht. Es wurden Geschichten über mich erfunden, ich wurde ausgelacht, ich wurde beleidigt, ich wurde verängstigt. Monatelang. Wenn ich mir heute überlege, dass das Ganze einem meiner Kinder passieren könnte, zieht sich mein Herz zusammen. Ich wünsche niemandem solch eine Erfahrung. Niemandem! Denn es ist furchtbar schmerzhaft, belastend und hinterlässt ein Leben lang Narben. Und Kinder können gemein sein. So richtig gemein. Sogar so gemein, dass sie weitermachen, wenn man die Schule wechselt. Und ja, das war so. Ich erhielt SMS, in denen ich aufgefordert wurde, mich umzubringen. Neue Klassenkameraden der neuen Schule erhielten Nachrichten, in denen sie aufgefordert wurden, mich ebenfalls auszugrenzen. Neue Geschichten wurden erfunden, verfolgten mich, quälten mich. Es hörte erst dann auf, als man mit Anzeigen drohte und die Eltern der besagten Kinder mit der Wahrheit konfrontierte – inklusive Beweismaterial. Viel zu spät eigentlich. Und zum Glück waren die Schüler der neuen Schule ganz anders. Sie ignorierten die Nachrichten und freundeten sich mit mir an, gaben mir eine neue Chance, die für mich so wertvoll war, dass ich bis heute dankbar dafür bin.

Um auf den Punkt zu kommen: Manchmal brauchen Kinder Freunde. Jemanden, mit dem sie reden können. Aber nicht die Eltern. Jemanden, mit dem sie lachen können. Jemanden, der für sie da ist und ihnen beisteht, wenn es – aus welchem Grund auch immer – mal nicht so rund läuft.

Darum hätte ich mir damals gewünscht, dass es ein Projekt wie “Balu und Du” schon während meiner Schulzeit gegeben hätte – in meiner unmittelbaren Umgebung. Es hätte mir sicher sehr geholfen.

“Balu und Du” ist eines von vielen Projekten, das die Deutsche Fernsehlotterie auf ihrer Plattform “Du bist ein Gewinn” für ein solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft vorstellt. “Balu” steht dabei für den freundlichen Bären aus dem Dschungelbuch, der dem Waisenkind “Mogli”, in diesem Fall ein Grundschulkind, hilft, es unterstützt und fürs Leben stärkt.

Viele weitere tolle Projekte findet ihr auf www.du-bist-ein-gewinn.de. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch einen Moment Zeit nehmt, um euch auf der Seite umzuschauen. Lasst euch dabei gern von dem einen oder anderen Projekt inspirieren! Vielleicht gibt es sogar ein Projekt, das euch oder einem Bekannten von euch helfen könnte? Oder ihr habt selbst eine tolle Projektidee?

Sich gegenseitig helfen, hilft dabei, die Welt ein Stück besser zu machen. Und es kann nie genug Helferherzen geben!

Zurück zu “Balu und Du”:

Stellt euch also vor, euer Kind fällt in der Grundschule auf, weil es Probleme hat. Vielleicht gibt es auch ein fremdes Kind, das auffällt, dem ihr aber gern helfen möchtet oder dessen Eltern ihr unterstützen möchtet? Genau für solche Fälle gibt es das Projekt “Balu und Du”, bei dem Grundschulkindern junge Erwachsene als ganz besondere Freunde zu Seite gestellt werden. Der Mentor ist für das Kind da, hört ihm zu, spricht mit ihm, spielt mit ihm, entdeckt die Welt mit ihm und stärkt es – und zwar genau dann, wenn es wichtig ist. Denn unsere Kinderheit prägt unsere Zukunft. Was wir als Kind erfahren, behalten wir ein Leben lang in unseren Herzen und unseren Köpfen. Umso wichtiger ist es, Kindern, die Probleme haben, zu helfen, sie aufzufangen und zu unterstützen.

Meist entstehen dabei sogar richtige Freundschaften. Eben ganz besondere Freundschaften, die sich im Alltag und ohne die Initiative niemals entwickelt hätten.

Das Projekt hilft nicht nur dem Kind, sondern lehrt auch den “Balu” fürs Leben. Die Mentoren lernen Verantwortung zu übernehmen, zu helfen und einfach da zu sein, ohne dabei etwas groß zu thematisieren. Eine wichtige Sache also, die gegenseitig stärkt und verbindet.

Quelle: www.du-bist-ein-gewinn.de

Wer ein “Balu” werden möchte, muss sich zunächst bewerben. Darauf folgt dann ein Kennlerngespräch, zu dem ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis mitgebracht werden muss. Erst wenn die für die Initiative Verantwortlichen vom künftigen Mentor überzeugt sind, folgt die Schulung. Und erst danach hat der “Balu” die Möglichkeit, seinen ganz persönlichen “Mogli” kennenzulernen.

Quelle: www.du-bist-ein-gewinn.de

“Moglis” sind Grundschulkinder, die Lehrern oder Eltern auffallen, weil sie ausgegrenzt werden oder Probleme zu Hause haben. Kinder, die eine helfende Hand, ein offenes Ohr und vor allem einen guten Freund brauchen, der für sie da ist und ihr Leben ein ganzes Stück lebenswerter macht.

Jedes Grundschulkind zwischen 6 und 10 Jahren kann ein “Mogli” werden, wenn es von einer Lehrkraft oder einem Erzieher/einer Erzieherin vorgeschlagen wird und darauf das Einverständnis der Eltern folgt.

Für Eltern mag es im ersten Moment scheinen, als hätten sie versagt, sich zu wenig gekümmert oder als wären sie schuld an den Problemen des Kindes. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Manchmal nicht bewusst und manchmal spielen einfach verschiedene Faktoren zusammen. Grundsätzlich können auch die Eltern helfen und vorbeugen, aber dennoch nicht verhindern, was alltäglich in Schulen passiert. Außerdem ist jedes Kind anders. Deswegen sollten wir Eltern es als Unterstützung sehen, wenn wir auf das Projekt “Balu und Du” aufmerksam gemacht werden und unser Kind einen eigenen “Balu” bekommt, denn jemand Außenstehendem kann oft mehr erreichen als jemand aus dem engsten Familienkreis.

Sobald ein “Balu” mit einem “Mogli” zusammengebracht wird, verpflichtet der “Balu” sich für ein Jahr zu einem wöchentlichen Treffen mit seinem “Mogli”. Aber wer weiß? Vielleicht bleibt die Freundschaft sogar darüber hinaus bestehen, denn ein Jahr gemeinsame Zeit schweißt zusammen. Danach gibt es viele Momente, die man zusammen erlebt hat und über die man gemeinsam lachen, sprechen und schmunzeln kann.

Ich finde die Initiative unglaublich toll und sehr wichtig! Ein Jahr Freundschaft stärkt das Selbstvertrauen von Kindern und ebnet ihnen einen besseren Start in die Zukunft. Ganz nach dem Motto: Zweisam statt einsam!

Vielleicht ist das Projekt für euch oder jemandem in eurem Umfeld interessant? Dann gebt die Informationen gern weiter, denn für viele Kinder kann dieses Projekt eine große Hilfe sein!

Oder möchtet ihr sogar selbst helfen und euch als “Balu” bewerben? Das wäre doch großartig, sofern ihr in einer der besagten Städte wohnt? Eine Übersicht der Städte, in denen das Projekt “Balu und Du” greift, findet ihr hier.

Alle weiteren Infos findet ihr auf www.balu-und-du.de.

Ich muss übrigens gestehen, dass ich, als ich mich das erste Mal in Ruhe auf der Seite umgeschaut habe, ganz glasige Augen bekam. Das Thema ist einfach sehr bewegend und nachvollziehbar und gerade in der heutigen schnelllebigen und medialen Gesellschaft mit all seinen Verzwickungen und Verwirrungen, unglaublich wertvoll.

Darum hoffe ich, dass ich euch mit diesem Artikel über diese Initiative helfen und inspirieren kann!

Und ganz davon ab: Haltet die Augen und Ohren immer offen, was Kinder betrifft! Nicht nur, was eure eigenen Kinder angeht, sondern was alle Kinder in eurem Umfeld betrifft. Stillschweigen und Wegsehen hilft niemandem! Kinder sind hilflos und machtlos und brauchen jemanden, der auf sie zugeht, wenn es ihnen schlecht geht. Am Anfang könnt das ihr oder ein Lehrer sein, am Ende vielleicht ein passender “Balu”.

Dieses und viele weitere tolle Projekte findet ihr auf www.du-bist-ein-gewinn.de!

In diesem Sinne:

Alles Liebe,

eure Mari